20 Mai 2025

Caching in Boston, Rückreise

Heute früh ging ich kurz nach sechs Uhr wieder auf Cache-Tour, allerdings nicht so erfolgreich wie gestern: Beide angesteuerten Caches konnte ich nicht finden. Immerhin hat es mit der Anzahl der Schritte und dem Kaffee für Dörte geklappt. 

Morgenspaziergang entlang einer stillgelegten Bahnstrecke

Als Cache des Tages habe ich den 25-Jahre-Geocaching-Cache geloggt. Dieser Cache ist locationless, d. h. man muss keine Dose finden, sondern nur eine Aufgabe erfüllen. Wo man die Aufgabe erfüllt, ist dabei egal. In diesem Fall musste man nur ein Foto von sich mit einer schon bestehenden Nummer 25 machen und dem Log beifügen.

So einfach kann Cachen sein!

Als Aktivität für den Vormittag haben wir uns kurzfristig für "America's Stonehenge" entschieden. Dies sei angeblich die größte Attraktion von Salem, NH, dem Ort unseres Motels. Da muss man natürlich hin!

Eingang zum Visitor Centre

Es begann schon mal ganz gut: Wir beobachteten viele Streifenhörnchen, die blitzschnell hin- und herflitzten. Niedlich!

Streifenhörnchen

Im Vistor Centre bekamen wir einen etwa 10-minütigen Film zu sehen, in dem die Stätte erläutert wird. Es klingt alles ganz logisch, dabei ist es das doch gar nicht: Wieso sollte es hier megalithische Strukturen wie in Europa geben, die aus der Zeit von vor Kolumbus stammten? Den ganzen Film hielten wir für pseudoarchäologisch und machten das unter anderem an der mit Google Earth verlängerten Sichtachse fest, die angeblich direkt über den Atlantik bis nach Stonehenge und dort durch den Haupttorbogen führt.

Mich erinnert das an Erzählungen von Dörte: Sie lügt ja nie, aber wenn jemand ihre Erzählung anders interpretiert, dann ist ihr das durchaus recht. Und wenn man darauf achtet, strotzt die Beschreibung der einzelnen Stationen von America's Stonehenge vor Begriffen wie "wurde restauriert" (= so aufgebaut, wie man es sich vorgestellt hat) oder "hält man für" (= könnte auch was anderes gewesen sein). Ein prominentes Beispiel ist der Opferstein mit seinen Abflussrinnen für das Blut. Wikipedia hält das eher für den Grundstein einer Ciderpresse ...

Opferstein mit Rinnen für Blut???

Wir haben es lustig genommen: Es war ein schöner Spaziergang mit der Besichtigung von Pseudo-Hünengräbern. Und am Ende gab es einen Gift Shop mit einem Magneten für New Hampshire!

In der Orakel-Kammer

Magnet für New Hampshire

Die Rückfahrt zum Flughafen und die Abgabe des Mietwagens waren problemlos und wir waren 2,5 Stunden vor der Boarding Time am Terminal. Dort stellten wir dann fest, dass unser Flug fast 2 Stunden Verspätung hat. Den Anschluss in Frankfurt werden wir wohl nicht bekommen, hoffentlich bucht Condor uns automatisch um. Wir konnten noch nicht gleich durch die Sicherheitskontrolle, denn ich musste erst noch zwei Liter Cola Zero austrinken. Aber jetzt sitzen wir in Boston am Gate und warten darauf, dass das Boarding beginnt.

Wir sind zwar noch nicht ganz zuhause, aber man kann jetzt wohl schon sagen, dass es ein toller Kurzurlaub war!

Anmerkungen von Dörte:

Besonders nett war der Stein, hinter dem man angabegemäß am 1. November die Sonne aufgehen sehen kann. Hmm, was ist an den anderen Tagen??? Dunkel??? Oder wird die Sonne an das hohe Firmament gebeamt???

Sonnenaufgangsstein für den 1. November

Und es gab eine Sonnenuhr mit einem daneben stehenden herausziehbaren Stock. So kann man natürlich jede Zeitzone abdecken 

Dörte mit dem Sonnenuhrstock

Und noch nachgeliefert ein Foto des Restaurants in Salem. Überall offene Feuer - kannn ich mir in Deutschland ohne meterhohe Glaswände kaum vorstellen. Ist aber schön (und warm).

Offenes Feuer!
Nachtrag:

Man soll den Tag doch nicht vor dem Abend loben! Die Rückreise war - freundlich ausgedrückt - anstrengend. Das lag an einem um fast 4 Stunden verspäteten Start, weil die Maschine auf dem Hinflug einen ungeplanten Stopp in Dublin wegen eines medizinischen Notfalls einlegen musste. Dass zu diesen zwei Stunden Verspätung noch fast zwei weitere Stunden dazu kamen, dafür wurde kein Grund angegeben. Wahrscheinlich lag es an dem dichten Flugverkehr, wo sich eine verspätete Maschione dann jeweils hinten anstellen muss (beim Auftanken, bei der Flugzeugreinigung, bei der Startreihenfolge usw.). Uns wurde gesagt, dass unser Anschlussflug erst umgebucht würde, wenn wir in der Luft seien und man die erwartete Ankunftszeit wisse. Diese wurde dann im Flugzeug mit 8:36 Uhr deutscher Zeit angegeben (anstelle der geplanten Ankunftszeit von 5:15 Uhr). Kurz vor der Landung erfuhren wir dann, dass wir umgebucht wurden auf einen Lufthansa-Flug um 10 Uhr nach Hamburg. Die Bordkarten würden wir am Gate erhalten.

Soweit so gut, trotzdem waren wir ziemlich fertig. Ein Nachtflug ist deutlich anstrengender als ein Tagflug, wie wir ihn drei Tage vorher hatten. Ich habe mir nur einen Film ganz angesehen (100 Dinge), danach habe ich in die Filme nur noch "hineingezappt". Richtig schlafen konnte ich aber auch nicht.

In Frankfurt gab es dann für uns, die wir beide unausgeschlafen waren, das Drama: Aus der Ankunftszeit von 8:36 Uhr wurde schließlich 9:12 Uhr, weil die Maschine auf dem Vorfeld parkte und wir mit dem Bus zum Terminal fuhren. Dort gab es eine lange Schlange bei der Einreisekontrolle und danach sind wir angeblich falsch abgebogen. Wir folgten den Schildern für die Flugsteige mit A und plötzlich standen wir vor der Sicherheitskontrolle. Da kamen wir ohne Bordkarte nicht rein! Teuflisch: Ohne Bordkarte kein Weg zum Gate und ohne Gate keine Bordkarte! 

Jetzt weiß ich, dass ich gleich hätte versuchen sollen, die Bordkarten in der Abflughalle an einem Checkin-Automaten zu bekommen. Stattdessen gingen wir zu einem Lufthansa-Schalter, aber die Mitarbeiterin dort durfte uns nach Rücksprache mit ihren Kollegen am Gate nicht mehr einchecken - wir waren zu spät!

Jetzt ging es erst richtig los: Lufthansa-Service-Schalter (nicht zuständig, da Condor-Ticket), Condor-Schalter (nicht zuständig, da nur Gepäckabgabe möglich), Condor-Service-Station (da konnten wir auf einen anderen Flug umgebucht werden - aber Bordkarten gibt's nur bei Lufthansa), erster Check-In-Automat (wollte uns die Bordkarten für den bereits abgeflogenen 10-Uhr-Flug drucken), zweiter Checkin-Automat (diesmal von der Lufthansa, hier bekamen wir die richtigen Bordkarten). Wir waren nicht die einzigen, die diese Probleme hatten, deshalb waren die Wartezeiten teilweise sehr lang!

Der Flug nach Hamburg hatte dann nochmal ein paar Minuten zusätzliche Verspätung und auch diese Maschine parkte überraschend auf dem Vorfeld. Als dann in der S-Bahn die Ansage kam, dass wir wegen eines Polizei-Einsatzes warten müssten, ist Dörte fast verzweifelt. Zum Glück waren das nur wenige Minuten. Insgesamt kamen wir mit etwa 7 Stunden Verspätung zuhause an.

Karte:

18 Mai 2025

Caching in Boston, 3. Tag

Heute standen eigentlich nur zwei Caches auf dem Programm: Einer in Vermont und einer in Rhode Island. Das bedeutete aber etwa 500 km Autofahrt, meistens auf Autobahnen.

Die lange Auto-Tour (Map data © 2025 Google)

Noch vor dem Frühstück habe ich eine Runde in der Umgebung des Motels gedreht. Dabei habe ich noch drei weitere Caches in New Hampshire gefunden, darunter auch den Cache, den ich vorgestern wegen zu vielen Muggeln nicht suchen mochte. Auf dem Rückweg besorgte ich Dörte einen Kaffee vom Dunkin' Donuts, denn das Instant-Kaffeepulver auf dem Motelzimmer ist wohl ungenießbar. Ein guter Kompromiss: Ich bekomme meine Schritte an einem Tag mit viel Fahrerei und Dörte ihren Kaffee. Das werde ich morgen wohl wiederholen.

Bis zum ersten Cache in Vermont waren es etwas über 100 Meilen. Zwischen langen Autobahnstrecken gab es auch ein Stück Landstraße wie in einem deutschen Mittelgebirge: Sehr grün, viel Wald und ordentliche Hügel. In den Dörfern gab es meist Holzhäuser, die ein wenig an Skandinavien erinnerten, aber vor allem von den Farben her doch irgendwie anders aussahen. Mir gefiel es jedenfalls. Der Cache lag auf dem Parkplatz "Willkommen in Vermont" und hatte viele Favoritenpunkte. Kein Wunder, denn die Kiste war fast einen Kubikmeter groß!

Eine selten goße Box in Vermont

Dörte wollte noch einen Magneten von Vermont haben. Im Besucherzentrum am Parkplatz gab es keine und man schickte uns 3 Kilometer weiter in einen Geschenkeladen. Wir fanden fix einen Magneten, aber Dörte könnte sich nicht so schnell von den vielen anderen hübschen Sachen losreißen, die es dort zu kaufen gab. Am Ende blieb es aber bei dem Magneten und einem längeren Plausch mit dem netten Verkäufer.

Magnet für Vermont 
Der Verkäufer hat das Foto selbst 
gemacht und 55 Stunden auf den
Schnappschuss gewartet!

Vom südlichsten Cache in Vermont bis zum nördlichsten Cache in Rhode Island waren es etwa 110 Meilen. Wieder war es meist Autobahn, zum Glück mit sehr wenig Staus. Kurz vor 14 Uhr kamen wir dort an und konnten den Cache dank eines cleveren Hints fix finden. Jetzt war alles erledigt, eigentlich mussten wir nur noch zurückfahren. Dörte hat sich erstmal im Auto zum Ausruhen lang gemacht, während ich in den Läden in der Nähe des Caches nach etwas zu essen und einem Magneten für Rhode Island suchte. Wir haben zwar Sonntag, aber einen offenen Supermarkt konnte ich trotzdem schnell finden. Einen Magneten gab es dort allerdings nicht. Wir steuerten anschließend noch zwei weitere Läden an, aber auch ohne Erfolg.

Die Rückfahrt zu unserem Motel betrug weitere 90 Meilen, diesmal leider mit einem längeren Stau. Im Motel angekommen kümmerte ich mich zunächst um den Online-Checkin für den morgigen Rückflug. Nach dem Abendessen überredete ich Dörte noch zu einem kleinen Spaziergang in das Tuscan Village (toskanisches Dorf), das Einkaufszentrum gegenüber vom Motel. Da war ich vorgestern Abend bereits und es hatte mir so gut gefallen. Heute, am Sonntagabend in leichtem Nieselregen, war es zwar auch nett - aber eben doch nicht so nett wie vorgestern. Man kann halt nicht alles haben ...

Lagerfeuer im Tuscan Village

Anmerkungen von Dörte:

Vor den jeweiligen Abfahrten auf dem Highway gibt es Hinweistafeln auf die „attractions“ der jeweiligen Gegend. 

Viele Attraktionen!

Das kann eine Mall, ein Forest, eine Brewery oder sonstwas sein. Nur Abfahrt 97 hatte lediglich zwei weiße Flecken. Wie bitter ist das denn??!!  Keine Farm, kein Gartencenter, tatsächlich NICHTS?!?!

Karte:

17 Mai 2025

Caching in Boston, 2. Tag

Wir haben nicht so toll geschlafen, denn das Bett war nur mittelmäßig. Die Zeitverschiebung sorgte dafür, dass wir auch nicht wirklich lange schlafen konnten. Um 8 Uhr, etwa eine halbe Stunde früher als geplant, waren wir schon unterwegs zu einem Cache in Maine. Der Verkehr war ruhig und wir erreichten schnell die erste Autobahnabfahrt im nordöstlichsten Bundesstaat. Dort in der Nähe lag der Cache in einem kleinen Waldstück. Die Geländewertung war 1,5 und das passte mal wieder gar nicht, es hätte mindestens 2,5 sein müssen. Aber es war immerhin noch so, dass Dörte keinen Abbruch gefordert hat. 

Geländewertung 1,5 war das nicht!

Damit war der Cache-Teil des Tages schon erledigt, denn den Nachmittag hatten wir für Sightseeing in Boston vorgesehen. Wir parkten unser Auto an einem Bahnhof in der Nähe unseres Motels und fuhren mit dem Zug in die Stadt. Das dauerte etwa 75 Minuten und um exakt 12 Uhr kamen wir in Boston an. Am Bahnhof halfen uns weitere freundliche Menschen, den Weg zur richtigen U-Bahn zu nehmen. Wir stiegen an der Haltestelle Park Street beim Stadtpark Boston Common aus.

Commutertrain in Bradford, Massachusetts

Boston Common ist möglicherweise der älteste Stadtpark der Welt! So behauptet es jedenfalls ein Eintrag in einem Adventure Labcache, den wir gemacht haben. Ihr seht schon, so ganz war es mit dem Cachen für heute noch nicht vorbei. Wir haben noch etwa 30 Standorte von Labcaches aufgesucht und  Fragen beantwortet.

Boston Common mit einer Skyline
aus alten und neuen Gebäuden

Im Boston Common beginnt der Freedom Trail, zu dem wir auch eine App heruntergeladen hatten. Wir machten dann einen Stadtrundgang gemischt aus Labcache-Standorten, der Freedom-Trail-App und Dörtes Intuition für Fotos und interessante Leute.

So war der Freedom Trail
auf dem Pflaster gekennzeichnet

Heute fand hier im Stadtpark ein NAMIwalk statt. NAMI steht für National Alliance on Mental Illness und bei diesem Event sollten Spendengelder generiert werden. Dörte sprach eine Gruppe von Leuten an, die T-Shirts mit der Aufschrift "Michael Matters" trugen und fragte, wer denn Michael sei. Michaels Vater antwortete, dass sein Sohn drogensüchtig nach Fentanyl geworden und dann an einer Überdosis gestorben sei. Offensichtlich ist die Droge Fentanyl ein riesiges Problem in den USA, weil sie sehr billig in den Schwarzmarkt kommt.  Der Schwerpunkt von NAMI liegt auf Hilfestellung bei mentalen Erkrankungen, die häufig parallel zu Drogenmissbrauch auftreten.

Teilnehmer am NAMIwalk

Wir haben einen ausführlichen Rundgang durch den Park gemacht und dabei einen Hinweis auf den ältesten Football-Club der Vereinigten Staaten gefunden.

Denkmal für den Oneida Football Club

Als wir uns vom Park auf den Weg machten, um die historische Altstadt zu erkunden, war es schon 14:30 Uhr. Die Zeit verging wie im Fluge und es gab wirklich viel zu sehen.

Massachusetts State House

Versammlungsort vor der Boston Tea Party

Das Haus von Paul Revere

Denkmal für das Siegtor im Stanley Cup 1970

Magnet für Boston und Massachusetts

In der Nähe des Hauses, in dem die Versammlung vor der Boston Tea Party stattfand, entdeckten wir ein kleines Restaurant für Hummer-Brötchen. Das war die Chance, das Versäumte vom Vormittag nachzuholen. Dieses Hummer-Brötchen kam zwar nicht aus Maine, aber es war trotzdem sehr lecker.

Sehr leckeres Hummer-Brötchen

Dörte wurde langsam nervös, dass wir unseren Zug zurück um 17:15 Uhr verpassen könnten. Am Ende ließen wir eine Kirche und einen Friedhof vom Freedom-Trail aus und waren um 16:50 Uhr mehr als pünktlich wieder am Bahnhof. Boston hat uns wirklich gut gefallen, es hat eine tolle Mischung aus historischen und modernen Gebäuden. Was uns aber ganz besonders beeindruckt hat, ist die Freundlichkeit der Menschen: Wir haben ganz viele tolle kurze Gespräche geführt.

Anmerkungen von Dörte: 

Zunächst sind uns im Park einige Mädels aufgefallen, die mit güldenen Bändern behängt waren. Der Nachoverkäufer rief ihnen „Congratulation“ hinterher. Auf meine Frage, was diese denn feierten, antwortete er aber, dass er keine Ahnung hätte. Aber fürs Geschäft sei es immer gut, freundlich zu sein. Es war der Tag des Collegeabschlusses, was bei einer späteren Begegnung deutlich wurde. Hier haben wir dann auch gratuliert.

College-Absolventin

Kaffee hab ich mir bei Starbucks geholt. Innovation: Die Namen werden nicht mehr ausgerufen, sondern erscheinen auf einer Tafel. (In englischsprachigen Ländern stelle ich mich meist als Dorothy vor, das ist einfacher)

Und nein Jan, ich muss nicht erklären, dass man beim Bestellen des Kaffees seinen Namen angeben muss, damit der speziell zubereitete Kaffee (Grande Latte mit doppelt Zucker) zugeordnet werden kann. 

Wo ist mein Kaffee?

Übrigens gab es Demonstrationen gegen die Deportationen, die von der Polizei begleitet wurden. Und Politik scheint die Leute wirklich im Alltag zu bewegen. Wir hörten auch Bemerkungen wie: „Oh, Sie kommen aus Europa? Da wollen uns ja nicht so viele Leute besuchen.“ und ein Anderer fragte, wie man über die Amerikaner denke. Er wäre sehr unglücklich über die Situation. 

Demonstration gegen die Deportationen

Karte:

16 Mai 2025

Caching in Boston, 1. Tag

Heute sind wir sehr früh aufgestanden, denn wir haben um 5:10 Uhr das Haus verlassen. Natürlich waren wir seeehr rechtzeitig am Flughafen für unseren Flug nach Frankfurt. Dort wurde es beim Umsteigen aber etwas knapper, denn beim Landeanflug auf Frankfurt gab es ein Durchstartmanöver. Die Rollbahn wurde kurzfristig gesperrt, weil eine andere Maschine beim Landeanflug in einen Vogelschwarm geraten war und die Rollbahn erst gesäubert werden musste. Der Rest des Fluges verlief entspannt. Diesmal nur Economy, aber das ging auch ganz gut. An Filmen habe ich Absolute Power, Abgeschnitten und In Sachen Liebe gesehen. Damit gingen die neun Stunden von Frankfurt nach Boston schnell rum.

Ganz früh an der Bushaltestelle

Wie kamen um 13:30 Uhr Ortszeit an und die Grenzkontrolle verlief absolut problemlos. Es gab kaum eine Wartezeit, dem Grenzbeamten antwortete ich auf die Frage nach dem Reisegrund nur "Geocaching" und erntete ein breites wissendes Grinsen. Die Autovermietung sollte im Terminal sein. Das stimmte auch, nur dass sie nicht in dem Terminal war, wo wir ankamen. Dahin musste man erst einmal einen kostenlosen Bus zum anderen Terminal nehmen. 

Unser Mietwagen

Eine knappe Stunde nach der Landung saßen wir dann in unserem Mietwagen, einem ziemlich neuen VW Jetta, und steuerten den ersten Cache für die Jasmer-Challenge an. Geparkt haben wir auf einem Supermarktparkplatz in etwa 500 Metern Entfernung vom Cache. Der lag in einer Art Park, in dem es aber meist nur Trampelpfade gab. Das Gelände und die Navigation waren schwieriger als erwartet und wir bräuchten für diesen Cache etwa 75 statt der geplanten 45 Minuten. Aber wir haben ihn gefunden!

Der älteste Geocache in Massachusetts!

Bevor wir uns auf den Weg zum zweiten Cache für die Jasmer-Challenge machten, kauften wir für die nächsten 3 Tage für Frühstück und Abendbrot ein. Brot, Erdnussbutter, Käse, Streichfett, Salami und gesalzene Erdnüsse waren schnell gefunden, aber die Cola Zero fehlte noch. Wir mussten fragen und uns wurden Kartons mit je 12 Dosen gezeigt. Davon haben wir dann zwei mitgenommen. Unvorsichtigerweise muss ich jetzt sagen, denn es handelte sich nicht um Coca Cola Zero, sondern um eine Supermarkt-Eigenmarke! Und genauso schmeckt sie auch! Und jetzt muss sie natürlich erst einmal ausgetrunken werden!

Fehlkauf!

Der zweite Cache befand sich in einem Reservat, das von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zugänglich war. Wir kamen gegen 18 Uhr an, das war rechtzeitig genug. Als wir uns auf dem Parkplatz ein Parkticket ziehen wollten, erlebten wir, wie an anderen Stellen auch, wie hilfsbereit die Leute hier sind: Von der Fahrerin eines wegfahrenden Autos bekamen wir ihr Ticket und so sparten wir 6 Dollar. Diesen Cache konnten wir fix finden, es war wieder eine schöne große Dose!

Jetzt hätten wir eigentlich schon zurückfliegen können, denn der primäre Zweck der Reise war ja erfüllt. Wir hatten jetzt zwei Caches in Massachusetts und mein Ehrgeiz war geweckt, weitere Staaten in dieser Gegend zu becachen. Deshalb haben wir uns für 3 Nächte in einem Motel eingemietet, gleich hinter der Grenze zu New Hampshire. Wir sind dort etwa 30 Minuten vor Sonnenuntergang eingetroffen.

Dörte legte sich erst einmal hin, während ich mich um den Cache für New Hampshire in fußläufiger Entfernung kümmerte. Beim ersten Cache, den ich probierte, mochte ich nicht so richtig suchen, weil dort zu viele Menschen unterwegs waren. Der zweite Cache war besser, es war ein Gedenkort für Veteranen. Ich fand den Cache nicht sofort und setzte mich auf eine Bank. Als dann ein Paar kam, welches sich auch genau diese Gedenktafel ansah, sprach ich es an, ob sie auch nach einem Geocache suchten. Nein, sie waren nicht auf der Suche, hatten aber früher schon einmal Geocaches gefunden. Sofort suchten wir zu dritt und Amalia hatte den Minicache in weniger als einer Minute in der Hand. Anschließend hatte ich mit ihr und Lindsey ein sehr nettes Gespräch. Er war als Soldat eine zeitlang in Ramstein stationiert. Ich erzählte von unseren Cache-Plänen für die nächsten Tage und erntete die dringende Empfehlung: Wenn Du nach Maine kommst, musst Du ein Hummer-Brötchen probieren. Wie soll ich das nur in den engen Zeitplan noch unterbringen?

Auf dem Rückweg zum Motel kam ich an einem sehr schön gestalteten Treffpunkt in einem neuen Einkaufszentrum vorbei. Bei strahlendem Wetter konnte man hier in bequemen Stühlen draußen an einer Feuerschale sitzen. Mal sehen, ob ich mit Dörte nochmal hierherkomme?

Nicht schlecht hier, oder?

Noch ein paar Worte zu unserem Motelzimmer: Einfach, aber ausreichend. Stühle mit einer Sitzhöhe, dass ich mich recken muss, um da hochzukommen. Kochplatten und Kühlschrank, aber keine Töpfe, Teller, Tassen oder Besteck. Den Fernseher habe ich nicht zum Laufen bekommen.

Endlich mal eine anständige Sitzhöhe!

Anmerkungen von Dörte:

Naja, wir sind Economy Zero geflogen! Das bedeutet: nur Handgepäck mit den Maßen: 40,30,10 cm! Es reicht also gerade für dreimal Unterwäsche, Bürste und Zahnbürste. (Na, ist ein klein bisschen übertrieben, ich hab auch noch ein Ersatz-T-Shirt). Und der Film Green Lantern ist ja grausam schlecht! 

Technische Anmerkungen:

Die Blogeinträge über diese Kurzreise schreibe ich unterwegs, werde sie aber erst nach und nach mit Bildern versehen und veröffentlichen, wenn wir wieder zuhause sind. Ich habe hier keinen PC dabei und nur mit dem Mobiltelefon ist mir das zu tüdelig.

Karte:

15 Mai 2025

Feier zu unserer Rubinhochzeit

Ein erstes Highlight nach unserer Kreuzfahrt mit der Queen Anne war die Feier anlässlich unseres 40. Hochzeitstages am 10. Mai 2025. Geheiratet hatten wir am 3. Mai 1985, eine taggenaue Feier lag uns  zu knapp nach unserer Rückkehr am 29. April.

Glückwunschkarte für uns

Schon im letzten Jahr kam uns die Idee, den 40. Hochzeitstag groß zu feiern. Wir erstellten eine erste Gästeliste und erschraken ob der schieren Größe eines solchen Unterfangens. Nach einigem Hin- und Herüberlegen haben wir uns entschieden, die erweiterte Verwandtschaft zu einer separaten Feier einzuladen. Im Januar haben wir anlässlich unseres gemeinsamen 135. Geburtstages nach vielen Jahren endlich mal wieder zu einem Familientreffen geladen, welches ein voller Erfolg war.

Zu unserem Hochzeitstag wollten wir etwas Besonderes veranstalten, damit die Feier im Gedächtnis bleibt. Eine Outdoorsimulation einer Antarktis-Expedition hatten wir ja schon zu meinem 60. Geburtstag, was könnte da vergleichbar verrückt sein? Es war erstaunlich schwer, etwas zu finden, von dem wir beide überzeugt waren. Eine geschlossene Vorstellung eines Krimidinners war dann die Lösung. Dass es dann auch noch eine Mordgeschichte auf einem Kreuzfahrtschiff gab, passte wie die Faust auf's Auge. Schnell und unkompliziert konnten wir einen Termin mit der Theatertruppe ausmachen.

Jetzt brauchten wir nur noch einen Raum, der für mindestens 90 Teilnehmer geeignet war und zusätzlich die Anforderungen für ein Krimidinner erfüllte. Die Scheune, in der wir unsere Silberhochzeit gefeiert hatten, war schon vergeben. An einem Sonntag Nachmittag zogen wir los und guckten uns zwei weitere Räume in Reinbek an. Der Raum im Reinbeker Schloss wäre für 90 Personen wirklich zu klein gewesen, aber der Stormarnsaal im Sachsenwaldhotel erschien geeignet und war an dem Termin auch noch nicht belegt. Wir waren schon auf dem Weg nachhause, als wir erkannt hatten, dass wir es wohl kaum besser treffen würden. Spontan kehrten wir um und reservierten den Raum.

Durch das getrennte Feiern reduzierte sich die Gästeliste zwar, aber wir lagen immer noch bei über 100 Personen. Mit etwas Mut zum Risiko luden wir mehr Leute ein, als in den Raum gepasst hätten. Wir vertrauten darauf, dass ein gewisser Prozentsatz absagen würde, weil Rentner ja viel unterwegs sind und sowieso nie Zeit haben. Am Ende hat es ganz gut gepasst.

Ich konnte mich gegenüber Dörte durchsetzen und die Einladung mit einem Rätsel versehen. Daran können sich die Leser dieses Blogs natülich auch noch versuchen - auch wenn die Feier schon lange vorbei ist.

Dass das Stück auf einer Ostseekreuzfahrt spielte, war ein weiterer glücklicher Zufall. Zur Silberhochzeit hatten wir bereits das Thema Ostsee, weil wir 2 Tage nach der Feier zu einer Tour rund um die Ostsee aufbrachen. Daher machten wir damals diese Ostseetour zum Thema des Abends und diese Tradition konnten wir jetzt nahtlos fortsetzen.

Die Tischordnung

Das Wetter war sonnig und wir konnten den Sektempfang auf der Terrasse stattfinden lassen. Mit einem Stativ und einer Fernbedienung konnten wir Selfies mit allen Gästen machen. Constantin kam in seiner Uniform als U-Boot-Kapitän, was unseren Kapitän vom Krimidinner ein bisschen erschreckte. Er fürchtete wohl, sich beim Small Talk über maritime Aspekte unserer Kreuzfahrt zu blamieren …

Das war der echte Kapitän auf der Feier

Der Empfang endete mit einem Gruppenbild und danach ging es los mit dem "Mord bei Wellengang".

Gruppenbild aller Gäste

Wir hatten acht Zehnertische, die nach den Häfen auf unserer Kreuzfahrt benannt waren. Statt Tischkarten hatten wir Bilderrahmen im Format 15*20 cm aufgestellt, die den Namen des Hafens und die Namen der Gäste anzeigten. Dazu gab es noch ein zum Hafen passendes Papierfähnchen, die in Blau-Weiß gehaltenen Menukarten, einen großen Kerzenleuchter und dezenten Blumenschmuck.

Tischdekoration

Wir hatten einen Zeitplan, den wir auch ungefähr eingehalten haben. Es gab vier Spielblöcke von jeweils etwa 20 Minuten, die von den Schauspielern gestaltet wurden. 

Der Kapitän begrüßt uns

In den drei Pausen gab es Vorspeisen, Hauptgang und Nachtisch. Am Ende der Vorspeise hatte ich meinen großen Auftritt mit einer kurzen Rede und dem Gedicht an Dörte  Mit diesem Gedicht hatte ich Dörte schon zur Feier unseres 20. Hochzeitstages überrascht. Jetzt sind sechs neue Strophen hinzugekommen.

Definitiv die richtige Frau

Während des Hauptgangs gab es ein Intermezzo durch die Schauspieler, die an unseren Tischen mitgegessen haben und dabei konsequent ihre Rolle durchgespielt haben.

Eine waghalsige Szene
aus dem zweiten Spielblock

Zu Beginn der Nachtisch-Pause wurde die Hochzeitstorte präsentiert. Sie war auch in maritimem Blau-Weiß dekoriert und war begleitet von Cupcakes, die als Segelschiffe gestaltet waren.

Die Torte sah nicht nur gut aus,
sondern war auch sehr lecker

Vor der Auflösung des Krimidinners durften alle Gäste tippen, wer denn nun der Mörder war. Nur 3 Gäste lagen richtig. Ein Gast tippte sogar, dass ich der Mörder sei – mit der Begründung, ich hätte eine Mordsfrau geheiratet. 

Für den Tanz haben wir uns zunächst Hilfe bei ChatGPT geholt, aber die Voschläge dann doch gründlich überarbeitet. Es ist eine Playlist entstanden, die aus 10 Blöcken zu je ca. 5 Songs besteht. Abwechselnd gab es einen Discofox-Block und einen Block mit anderen Tänzen (Rumba, Cha-Cha, Tango, Foxtrott, …). Begonnen haben wir mit zwei Rumbas.

Eröffnungstanz

Gegen Mitternacht lichteten sich die Reihen, aber der harte Kern hielt bis etwa zwei Uhr durch. Per Taxi brachten wir die reichlichen Gaben vom Geschenketisch nachhause. Das Auspacken hat einige Tage in Anspruch genommen, denn einige Gaben waren wirklich anspruchsvoll verpackt. Die Flasche mit Muscheln und Sand war noch einfach, die drei Rätselboxen (alle unterschiedlich!) waren zum Haare raufen!

Das war schon nicht so einfach ...

... aber die Rätselboxen waren zum Haare raufen!

Vielen Dank an alle, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben!

Anmerkungen von Dörte:

ChatGPT konnte vor allem keinen Walzer identifizieren. Alles was langsam war (also das, was wir früher "Engtanz" genannt haben), wurde als Walzer angekündigt. War aber meistens 4/4-Takt. Es war schon gut, dass wir sämtliche Tänze ausprobiert haben. Nicht unanstrengend - wenn auch nicht so anstrengend, wie ein Discofox mit Klaus Lorenzen!

Technische Anmerkungen:

Ich werde in den nächsten Tagen noch eine Erinnerungs-Webseite mit ähnlichem Inhalt erstellen, dann aber mit nicht verpixelten Bildern. Es wird dort zusätzlich Bildergalerien und Videos geben. Diese Seite ist für den privaten Gebrauch durch Gäste und Freunde bestimmt und wird daher nur mit Kennwort zugänglich sein. Wer sich das gerne ansehen möchte, melde sich bitte bei mir per E-Mail. 

06 Mai 2025

Der Plan

Einen Blog für eine neue Reise beginnen, bevor der Blog für die alte Reise abgeschlossen ist? Dafür gibt's nur einen Grund: Man will die Leser nicht verlieren!

Kaum zurück von unserer neunwöchigen Kreuzfahrt haben wir schon einen Plan für die nächste große Reise: Mit dem eigenen Auto rund um die britischen Inseln. Dazu gehören für uns England, Wales, Schottland, Nordirland, Irland und die Isle of Man.

Die britischen Inseln

Und wie ist denn nun der Plan? Der wichtigste Grundsatz laut Dörte ist: Es gibt keinen Plan! Wo es uns gefällt, da bleiben wir länger, und wo es uns nicht gefällt, da fahren wir schnell weiter. Es gibt nur einen Gesamtzeitraum, aber selbst da ist das Ende noch flexibel: 11. August bis irgendwann im späten September.

Aber natürlich gibt es Wünsche:

In diesem Blog werde ich in loser Folge von den Vorbereitungen berichten. Vielleicht gibt es zusätzlich ein paar Reiseberichte von noch davor stattfindenden Reisen:
Ihr seht: Ein voller Terminkalender. Man könnte auch sagen: Rentner haben nie Zeit!

Anmerkungen von Dörte:

Ich liebe es ja, spontan überraschende schöne Dinge auf Reisen zu finden.  Jans Kommentar dazu: "Das kostet mich jedesmal Stunden an Vorbereitung!"