28 Juli 2025

Erster Partiegewinn, Ausflug und neuer Europameister

Am Donnerstag habe ich meine Partie gegen ein junges Mädchen aus Kroatien verloren. Sie war zwei Grade schlechter eingestuft, da hätte ich eigentlich gewinnen müssen. Während der Partie hatte ich auch das sichere Gefühl, die besseren Züge zu machen. Aber irgendwie lag ich zu Beginn des Endspiels ein paar Punkte hinten und ich nahm mir fest vor, ein genaues Endspiel zu spielen. Das klappte aber nicht, mehrfach machte ich einfache Fehler und gab dann entnervt auf.

4. Runde im Hauptturnier

Nach der Runde haben Dörte und ich an einer Free Walking Tour durch die historische Altstadt von Warschau teilgenommen. Diese Tour hinterließ bei mir gemischte Gefühle, denn der Fremdenführer erzählte von den geschichtlichen Katastrophen Polens mit einem solch bitteren Sarkasmus, dass man es kaum noch aushalten konnte. Die Gebäude spielten keine großartige Rolle in den Erklärungen, denn im Zentrum gibt es praktisch kaum Gebäude, die den zweiten Weltkrieg überstanden haben. Trotzdem war die Führung interessant und ich möchte sie nicht missen.

An der wieder aufgebauten Stadtmauer fanden wir einen Cache

Nach der Führung gingen wir noch in ein Brauerei-Gasthaus und Dörte bekam Żurek, ihre heiß geliebte saure Mehlsuppe. Und hier wurde sie sogar in einem Brotteig serviert!

Saure Mehlsuppe im Brotteig serviert

Am Freitag erging es mir dann beim Go-Spiel besser, gegen einen 3-Kyu aus Irland konnte ich endlich meine erste Turnierpartie gewinnen. Das wurde aber auch Zeit! 

Am Wochenende wird traditionell ein eigenes Turnier gespielt, bei dem wir seit Jahren nicht mehr mitspielen, sondern stattdessen lieber die Gegend erkunden. Am Samstag war das Wetter noch gut und wir haben einen tollen Ausflug in den Łazienki Park gemacht. Dieser Park ist im 17. Jahrhundert angelegt worden und ist ziemlich groß. Vier historische Schlösser aus dem 18. Jahrhundert haben wir hier besichtigt: 

  • Weißes Haus, das war das schönste der besichtigten Häuser. Es ist in beiden Weltkriegen nicht zerstört worden und auch das Mobiliar ist zum großen Teil noch original.
  • Orangerie, hier befindet sich ein Theater und es sind Gipsabdrücke bekannter Kunstwerke ausgestellt.
  • Palast auf der Insel, die ehemalige Königsresidenz
  • Myślewicki-Palast, der ab dem 19. Jahrhundert als Gästehaus für Staatsgäste diente. Hier wohnte Napoleon Bonaparte und auch die ersten offiziellen Kontaktgespräche zwischen China und der USA fanden hier statt.
Das weiße Haus gefiel uns am besten

Es gab aber nicht nur die Besichtigungen, sondern auch viele Denkmäler und Skulpturen zu bestaunen. Am Denkmal für Chopin finden sonntags um 12 Uhr und 16 Uhr kostenlose Konzerte statt.

Das große Chopin-Denkmal

Daneben gab es ein Musikfestival und an mehreren Orten im Park waren Zelte aufgestellt, in denen Musik aufgeführt wurde. Rundherum standen Stühle und Liegestühle, von denen sich Dörte schnell einen erobert hatte.

Konzert von Xylophon-Spielern

Am besten gefiel mir bei diesem Ausflug in den Park, dass er zu dem heißen Tag perfekt passte. Durch den Schatten der Bäume und die mehrfachen Besichtigungen der klimatisierten Innenräume konnte man sich immer wieder abkühlen. Es machte auch sehr viel Spaß zu beobachten, was die anderen Parkbesucher so taten. Da konnte man zum Beispiel Boot fahren oder sich unter Anleitung eines Polizisten mal auf ein Polizeimotorrad setzen. Und wenn es  interessant genug war, hat jemand von uns es auch selbst getan!

Dörte legt sich in die Kurve!

Am Sonntag regnete es in Strömen und es gab sogar eine Unwetterwarnung. Wir haben das genutzt, um im Zuschauerraum bei der Liveübertragung der Partie um den Europameistertitel dabei zu sein. Es war eine hochspannende Partie, die Mateusz Surma für sich entscheiden konnte. Schön, dass ein polnischer Go-Spieler in Polen gewonnen hat!

Übertragung der Finalpartie auf die Großbildleinwand

Heute, am Montag, gab es einen Pausentag, den wir eigentlich alle nicht haben wollten. Traditionell hätte er am Mittwoch sein sollen, aber die Organisatoren haben das umgestellt und fast niemand hat es vor dem Kongress mitbekommen. Das war unglücklich, einerseits, weil wir jetzt drei Tage hintereinander nicht gespielt haben, und andererseits, weil es immer noch regnet und alle Museen montags geschlossen haben. Wir haben den freien Tag genutzt, um zu lesen und ein paar Freundschaftspartien zu spielen.

Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke vom Go-Kongress:

Go-Roboter in Aktion

Schicke Rollstuhl-Räder!

Anmerkungen von Dörte:

In keinem anderen Land habe ich bisher Magneten mit Gerichten gesehen. Hier gibt es Piroggen, Chleb, Bigosz und Żurek. Eine echte Besonderheit. Ich hab natürlich den Żurek-Magneten gekauft. 

Magnet

23 Juli 2025

3 Partien verloren, aber Konfluenzpunkt besucht

Der Go-Kongress schreitet voran, die ersten drei Runden des Hauptturniers sind abgeschlossen. Leider mit drei Niederlagen für mich und zwei Niederlagen für Dörte. Wenigstens eine Partie konnte ich knapp gestalten und verlor sie nur mit 4,5 Punkten. Die Stimmung ist aber noch gut, wobei das exzellente Hotel und der gute Spielort maßgeblich dazu beitragen. 

Heute war dann der erste Ausflugstag, den ich zusammen mit meinen Freunden Burkhard und Bernd genutzt habe, um den Konfluenzpunkt 52° Nord und 21° Ost aufzusuchen. Ein Konfluenzpunkt ist ein Kreuzungspunkt eines Längengrades mit einem Breitengrad und es gibt ein Konfluenzprojekt mit einer Webseite, auf der man die Besuche solcher Orte dokumentieren kann. Burkhard ist bei uns für die offizielle Dokumentation zuständig und meist ist er ein oder zwei Besuche im Rückstand, womit wir ihn natürlich ständig aufziehen. Der gemeinsame Besuch eines Konfluenzpunktes während eines Go-Kongresses ist seit über 20 Jahren Tradition.

Lauter Nullen am Ende!

Wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, was etwa 2,5 Stundeen gedauert hat. Die letzten 15 Meter mussten wir uns mit Brennnesseln und einem trocken gefallenem Graben auseinandersetzen, was nicht wirklich problematisch war. 

Ärgerlich war allerdings, dass ich auf dem Rückweg erst an der Bushaltestelle bemerkte, dass am Konfluenzpunkt auch ein Geocache liegt. Weil der Bus bald kam, konnten wir nicht noch einmal umkehren.

Bernd und Burkhard auf der Suche nach den Nullen

Insgesamt bin ich während der letzten Tage ziemlich müde gewesen, die Märsche in Nimwegen und die anstrengende Anreise steckten mir noch in den Knochen. Deshalb sind wir abends meist früher als üblich ins Bett gegangen. Gestern Abend aber haben wir zum ersten Mal wieder in einer internationalen Runde Liar Dice gespielt. Dörte war ganz stolz darauf, beide Runden gewonnen zu haben.

Das kulinarische Angebot des Hotels wird durch ein paar Foodtrucks ergänzt. Gestern hatte ich einen Crepes mit Schinken und Käse, das war sehr lecker. Aber es war schwer zu essen!

Immer dieser Käse!

Nach diesem Pausentag freuen wir uns auf zwei neue Runden am Donnerstag und Freitag, bei denen wir hoffentlich erfolgreicher sind!

Anmerkungen von Dörte:

Ist es gesondert zu erwähnen, dass ich es vorgezoen habe, heute den Wellnessbereich des Hotels zu nutzen? Ich denke nicht. 

20 Juli 2025

Reise nach Warschau und 1. Tag Go-Kongress

Die Rückfahrt von Nimwegen dauerte ganz schön lang, Dörte und Elke waren die Fahrerinnen. Wir kamen ungefähr um 1:30 Uhr mit dem Auto bei Elke und Björn in Hamburg an. Wir haben nur noch schnell die Fahrräder in den Keller gebracht und das Gepäck ausgeladen, dann fielen wir ins Bett. Um 6:45 Uhr klingelte der Wecker und es ging mit dem Taxi zum Hauptbahnhof, um nach Warschau zu fahren.

Kulturpalast am Warschauer Zentralbahnhof

Die Zugfahrt verlief unproblematisch bis auf den Schienenersatzverkehr zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Irgendetwas ist halt immer los! Wir hatten dadurch knapp 2 Stunden Pause in Frankfurt (Oder), die ich für zwei Caches nutzte.

Mittagspause in Frankfurt (Oder)

Am Warschauer Bahnhof haben wir dann gleich die öffentlichen Verkehrsmittel ausprobiert und sind mit dem Bus zum Kongressort gefahren. Es ist ein modernes Kongresszentrum mit herrlich großen Zimmern. Wir übernachten hier für die folgenden zwei Wochen, während Elke und Björn zusammen mit Freunden ein Haus in der Nähe gemietet haben.

Die Anmeldung am Hotel und beim Kongress lief blitzschnell und wir haben viele Freunde wiedergesehen. Wir waren aber zu müde, um uns noch lange zu unterhalten, und gingen früh ins Bett. Für Unterhaltung der negativen Art sorgte dann aber mein Smartphone: Es unterbrach die reguläre Bedienung im Sekundentakt, meist mit der obskuren Benachrichtigung, dass es keine neuen Benachrichtigungen gäbe. Solche Fehler hatte ich vorgestern schon mal und ich vermute, dass es mit einem nur halb durchgeführten Systemupdate zu tun hat. Über Nacht gab es dann einen vollständigen Systemupdate auf Android 16 und bis jetzt benimmt sich das Smartphone wieder normal. Ich traue dem Frieden aber noch nicht so ganz ...

Heute gab es dann pünktlich um 11 Uhr die erste Runde. Ich verlor meine Partie gegen einen 1-Kyu, der im Nimwegener Go-Klub spielt. Irgendwie verlor ich im Mittelspiel das Gefühl für gute Form und lag schnell so weit hinten, dass ich aufgeben musste. Dörte hat dagegen eine zähe und langwierige Partie gewonnen.

Hier gibt es übrigens erstmals ganz strenge Anti-Betrug-Regeln, man muss sein Smartphone vollständig ausschalten. Früher wurde das Smartphone gerne genutzt, um die Partie mitzuschreiben - jetzt macht man das wieder von Hand.


Meine Partie-Mitschrift

Nach einem Mittagsschlaf (es wird wohl noch etwas dauern, bis sich der Schlafrhythmus normalisiert hat ...) habe ich dann Cola eingekauft und den ersten Cache hier in Warschau gefunden.

Nachklapp zu Nimwegen:

42777 Teilnehmer haben die Vierdaagse erfolgreich beendet. Damit wurde der Rekord von 2016 (damals 42557) deutlich übertroffen. Das lag wohl auch daran, dass es nicht zu heiß war.

Anmerkungen von Dörte:

Mein Tischnachbar wurde aufgefordert, sein Handy vom Tisch zu nehmen und in die Tasche zu stecken. Das hat er auch getan, dabei aber die Taschen verwechselt und es in meine gesteckt. Da ich schon immer an einer leichten Form von Gesichtsblindheit leide, blieb mir nach meiner Partie nur übrig, nach einem gelben T-Shirt mit Panik im Auge zu suchen. Hat aber geklappt. 

Technische Anmerkungen:

Während des Go-Kongresses werde ich nicht täglich, sondern nur ab und zu bloggen.

18 Juli 2025

Tag 4 - der Tag von Cuijk

Heute ging es in die südliche Nachbarstadt Cuijk, aber leider nicht für Thomas und mich, weil wir nur 30 km laufen. Dadurch verpassten wir sowohl die Pontonbrücke über die Maas als auch die besondere Atmosphäre im Dorf Linden. Dieses Jahr waren dort alle Vorgärten zum Thema "Wilder Westen" geschmückt. Aber Thomas und mir blieb ja noch die Via Gladiola.

Routen für Tag 4

Die ersten 10 km waren identisch mit Tag 2. Heute haben wir auf diesem Abschnitt wieder einmal jemanden gesehen, der in Holzklompen gelaufen ist. Alle Achtung!

Ob das ohne Blasen funktioniert?

Am Ende des Abschnittes haben wir eine Pause am Stadsdijk gemacht. An dieser Stelle wollte ich immer schon einmal Pause machen, aber besonders toll war das nicht. Immerhin wurde Thomas durch den ersten Kaffee des Tages endlich richtig wach.

Im weiteren Verlauf hatten wir nach links schöne Ausblicke auf eine Heide- und Moorlandschaft. Kurz hinter St. Waldrick kauften wir uns einen Becher Blaubeeren. In Overasselt wartete dann Annemarie auf uns.

Annemarie mit ihrer ganzen Ausrüstung 

Leider hatte sie nur kurz Zeit, um uns zu begrüßen, denn Elke, Kai und Charly sollten ja auch betreut werden. So aßen Thomas und ich den Apfelkuchen mit Sahne im idyllischen Garten des Heimatmuseums alleine.

Leckerer Apfelkuchen

Jetzt waren es nur noch 9 Kilometer bis zum Treffen nahe bei Nieks und Annemaries Haus in Malden. Wir meldeten per WhatsApp eine voraussichtliche Ankunftszeit von 12:35 Uhr.

Nach dem Passieren von Overasselt kamen wir auf den Maasdeich. Diese lange Schlange von Wanderern, die sich kilometerweit hinzog, war schon sehr beeindruckend.

Eine Wandererraupe bis zum Horizont

Wir kamen um 12:30 Uhr am Treffpunkt an und waren erst verwirrt, weil niemand auf uns wartete. Nach 20 Sekunden kamen aber Niek, Nathalie und Luise mit zwei Stühlen und dem gekühlten alkoholfreien Bier um die Ecke. Leider waren Dörte und Björn noch nicht da, die heute früh in Hamburg gestartet waren.

Pause in Malden mit Orden von Niek

Es wurde schnell klar, dass Elke heute mit Charly und Kai ins Ziel laufen würde, denn Thomas und ich wollten nicht so lange warten. Immerhin blieben wir, bis Dörte und Björn um 13:05 Uhr ankamen.

Die letzten 8 Kilometer waren wieder herrlich! Es lief sich wie von selbst und die Füße hörten auf zu schmerzen.

Der Turm der Stevenskerk am Horizont
zeigt die Entfernung zum Ziel an

Auf dem letzten Kilometer wurden Thomas und ich von einer Musikkapelle begleitet.

Musikalische Begleitung auf der Via Gladiola

Wir waren gegen 14:50 Uhr ins Ziel und gönnten uns das verdiente Bier. Natürlich erst nach dem Anstecken der neuen Medaillen!

Thomas mit einem Kreuz mit Krönchen

Bei mir gab es nur eine neue Ziffer 15

Elke, Kai und Charly kamen gegen 17 Uhr ins Ziel. 

Kai (2 Mal), Charly (11 Mal) und Elke (10 Mal)

Zuhause bei Niek und Annemarie gab es dann das von Dörte und Björn mitgebrachte Essen: Wuddeldick in veganer und normaler Variante. Als Nachtisch gab es danach ein Zitronen-Tiramisu.

Wir sind jetzt auf der Rückfahrt nach Hamburg mit einem vollgepackten Kleinwagen: 4 Personen, 2 Fahrräder, Kochutensilien und Elkes und mein Gepäck.



Morgen geht es weiter mit einer Zugreise nach Warschau zum europäischen Go-Kongress.

Meine Statistik: 30 km in einer Zeit von 7:51:34, 45000 Schritte

17 Juli 2025

Tag 3 - der Tag von Groesbeek

Heute wurde die östliche Nachbarstadt Groesbeek besucht:

 

Die Routen von Tag 3

Für mich begann der Tag mit einem Schreck: Smartphone nicht geladen, Wecker hat nicht geklingelt, ich habe verschlafen. Zum Glück nur um 25 Minuten, das konnte ich noch halbwegs aufholen. Trotzdem war es schwierig, Thomas in der Startzone zu finden, weil er schon viel weiter vorne in der Schlange für den Start stand. Er hat dann, nachdem sein Pulsband schon gescannt war, etwa 15 Minuten auf mich gewartet. In der Wartezeit wurden wir von einem gut aussehenden sportlichen älteren Herrn zur Gymnastik angeleitet, siehe Video.

Die Strecke begann wie gestern und bei Kilometer 7 bogen wir links ab in Richtung Malden. Zunächst ging es durch Felder voller Gladiolen, die alle noch morgen für die Via Gladiola geschnitten werden müssen.

Ganze Felder voller Gladiolen!

Auf diesem Abschnitt der Strecke wird traditionell Beschuit met Aardbeien (Zwieback mit Erdbeeren) angeboten. Da konnten wir natürlich nicht dran vorbeigehen ...

Thomas probiert Zwieback mit Erdbeeren

Wie jedes Jahr haben wir eine Pause bei Freunden von Niek und Annemarie gemacht, die in Malden direkt an der Strecke wohnen. Hier wurden wir mit Kaffee, Tee und Törtchen versorgt. Danach ging es auf den Deich des Maas-Waal-Kanals bis zum ungefähren Mittelpunkt der heutigen Strecke in Mook. Ab dann wurde es hügelig, denn zwischen Mook und Groesbeek lag der höchste Punkt des heutigen Tages.

Col du Bisselt, 8100 cm!

Dieser Berg war tatsächlich vergleichbar mit dem berühmten Zevenheuvelenweg, den wir etwas später hinter Groesbeek passieren sollten. Nachdem wir die Passhöhe überwunden hatten, haben wir bei einem Anwohner der Straße eine weitere Rast eingelegt.

In Groesbeek haben wir Elke getroffen, es hat also am dritten Tag nacheinander gut mit dem Timing geklappt. Oben auf dem Zevenheuvelenweg rasteten wir beim kanadischen Soldatenfriedhof.

Gedenkzeremonie am Soldatenfriedhof

Alle teilnehmenden Mititärgruppen führen hier eine Gedenkzeremonie durch, ganz egal aus welchem Land sie kommen. Wir haben nach dem Beobachten einer solchen Zeremonie am Zaun gerastet.

Es ist schwer, wieder aufzustehen, wenn man erst einmal sitzt!

Auf dem Weg zurück nach Nimwegen kamen wir bei einem Event-Cache vorbei. Damit war auch mein täglicher Cache erledigt und einen Becher Cola Zero bekam ich obendrein.

Die Straße nach Nimwegen führt direkt am Friedhof vorbei und hier hat Bert van der Lans, der in diesem Januar gestorben ist, seine letzte Ruhestätte gefunden. Er ist mit 71 erfolgreichen Teilnahmen der Rekordhalter und ich finde es sehr passend, dass er direkt neben der Strecke sein Grab hat.

Grab des Rekordhalters Bert van der Lans

Der Einmarsch bis zum Ziel war für Elke, Thomas und mich wieder fantastisch. Es gibt eine Straße, die ganz in Weiß geschmückt ist, und ein paar Hundert Meter weiter eine Straße, die ganz in Rot geschmückt ist.

Auch die Zuschauer hatten sich auf weiße Kleidung geeinigt!

Was für uns schön war, war für Kai und Charlie weniger schön, denn in diesen engen Straßen kam es kurz vor dem Ziel für sie zu Staus. Zum Glück wurde die Frist zum rechtzeitigen Erreichen des Ziels um 15 Minuten verlängert. Aber Kai und Charlie hätten es mit 16:59 Uhr sowieso gerade eben noch geschafft!

In der roten Straße gab es Staus

 Wir ließen den Tag wieder mit einem Feierabendbierchen ausklingen:



Noch ein paar Eindrücke von der Strecke:

Disco Boy sorgt für Musik

Der Spaßmacher bei Start und Ziel

Follow-Up zum Hund im Rucksack: Der Läufer wurde nicht disqualifiziert, sondern hat aufgegeben. Der volle Bericht auf Niederländisch findet sich hier.

Meine Statistik: 30,5 km in einer Zeit von 7:30:01, 45.000 Schritte

Technische Anmerkungen:

Morgen kommt der Bericht wahrscheinlich später, weil wir am Abend noch zurück nach Hamburg fahren.

16 Juli 2025

Tag2 - der Tag von Wijchen

 Heute ging es nach Westen in die Nachbarstadt Wijchen (ausgesprochen: Wiechen),

Routenplan für Tag 2

Schon am Start regnete es und so ging es den ganzen Tag weiter - immer wieder gab es teilweise heftige Regenschauer. Es ist aber keine Option, sich lange unterzustellen, denn so viel Zeitreserve hat man nicht. Gegenüber dem Vorjahr hat man einige Änderungen an den Routen vorgenommen, damit Stausituationen vermieden werden. Bisher gab es Staus eigentlich nur vor der Innenstadt von Wijchen, diesmal wurden die 30-km-Läufer um die Innenstadt herumgeleitet. Das hat leider nicht wirklich gut geklappt: Einerseits sind die Staus dann an anderen Punkten aufgetreten, wo es bisher noch nie eng war. Und andererseits durften wir als 30 km-Läufer nicht mehr über den hübschen Marktplatz laufen. Da wird es sicherlich in den nächsten Jahren noch weitere Versuche geben, bis es besser wird ...

Heftiger Regen und Stau in Wijchen

Heute hat es geklappt, dass Annemarie auch mich und Thomas als 30 km-Läufer unterwegs getroffen hat. Das ist nicht immer leicht einzurichten, denn die Pausenbedürfnisse der 40km- und 50km-Läufer haben natürlich Vorrang. Annemarie ist mit dem Fahrrad unterwegs und muss Schleichwege fahren, denn auf den Wanderstrecken ist kein Platz für Fahrräder.

Treffen mit Annemarie zur Frühstückspause bei km 15

Auch heute wieder hat das Treffen mit Elke an einem vorher verabredeten Treffpunkt gut geklappt. Man sollte ja denken, dass der Unterschied zwischen 30 km- und 40 km-Strecke immer genau 10 km ist. Das stimmt aber nicht, heute und gestern waren es etwa 6 km, morgen sind es ca. 9 km und am Freitag dann 12,5 km. Elke wird morgen versuchen, etwas früher zu starten - wir werden sehen, ob das klappt.

Viele laufen mit speziellem Outfit
- hier eine Teddy-Liebhaberin

In Beuningen, etwa 10 km vor dem Ziel, haben wir eine weitere längere Pause gemacht. Während ich mich mit Kartoffelchips und Cola Zero im Jumbo-Supermarkt versorgt habe, haben sich Elke und Thomas in ein danaben liegendes Café gesetzt.

Ich mag es ja, wenn ganze Straßen einheitlich geschmückt sind. Seit diesem Jahr ist das in Weurt der Fall unter dem Motto Via Flamingo. Das war eine echte Überraschung! Das Motto des zweiten Tages ist ja "Rosa Mittwoch", um die Solidarität mit der LBGTQ+-Gemeinschaft zu zeigen. Die tolle Stimmung setzte sich beim Marsch durch die Kanaalstraat und die Innenstadt von Nimwegen fort. Das hat den Regen mehr als wett gemacht!

Flaggenparade in der Kanaalstraat

Anfeuerung in der Innenstadt von Nimwegen

Selbstverständlich haben wir auch rosa T-Shirts getragen. Und zum Glück kam beim Einmarsch die Sonne kurz zum Vorscjhein, so dass wir sie nicht unter dem Regencape verstecken mussten.

Etwa 1 km vor dem Ziel!

Zum Schluss noch zwei kleine Anekdoten: Auf der Titelseite der Tageszeitung wurde heute berichtet, dass ein Läufer seine Bulldogge im Rucksack mitgenommen hat. Er wurde disqualifiziert.


Die andere Geschichte passierte beim Abendessen: Dort gab mein Stuhl plötzlich wegen Altersschwäche (oder war es doch eher mein Übergewicht?) nach. Der Stuhl ist nicht mehr zu gebrauchen, aber ich bin mit einem Schreck davon gekommen.

Die kläglichen Überreste des
zusammengebrochenen Stuhls

Meine Statistik: 33,6 km in einer Zeit von 8:20:55, 50000 Schritte für heute
4daagse-Journaal: siehe https://www.youtube.com/watch?v=Xi-0w197MyQ