21 Oktober 2025

Tag 4 der Wanderung im Pfälzer Wald

 

Kartendaten ©2025 GeoBasis-DE/BKG (©2009), Google

Heute stand die Schlussetappe bis zum deutschen Weintor auf dem Programm. Diesmal haben wir den Anschlussbus nicht verpasst und sind problemlos morgens bei Sonnenschein gestartet. Bis Bobenthal sind wir gut durchgekommen, nach einem kurzen Anstieg folgte ein langes Tal, welches fast endlos erschien: Es gab irgendwie immer eine weitere Kurve des Tales, hinter der der Ort eigentlich erscheinen müsste - es aber nicht tat!

In Bobenthal züchtet man Longhorn-Rinder

Gefrühstückt haben wir wieder im Bushaltestellenhäuschen und danach ging es im Sonnenschein weiter bis St. Germanshof. Dort haben wir auf einer Bank noch einmal die Sonne genossen, bevor es auf den finalen Anstieg ging.

Aussicht von der Mittagspause (noch bei Sonne!)

Der Aufstieg zog sich über 3,5 km hin, war aber dafür nicht so steil. Blöde war aber, dass es zu nieseln begann und der Nieselregen wurde langsam stärker. Der Weg war ein angenehm zu gehender schmaler Waldpfad, aber die Strecke bis zur Schutzhütte "An der Wegscheid" zog sich ganz schön hin.

Kleinere Hindernisse haben wir flott überwunden

Wir sind direkt an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich entlang gelaufen und haben fleißig nach Grenzsteinen Ausschau gehalten. Davon gab es viele, aus verschiedenen Jahrhunderten und nicht etwa einfach mit F und D markiert. Damals verlief die Grenze zwischen Frankreich und Bayern. Kein Wunder, dass wir auf einer Seite des Grenzsteines ein "B" fanden ,,,

Hier beispielhaft ein Grenzstein am Weg

Uns begegnete auch ein Schild "Mundatwald".  Davon hatte ich noch nie etwas gehört und die abendliche Google-Recherche ergab, dass es zu kompliziert für eine Darstellung im Blog ist, eher etwas für Freunde juristischer Feinschmeckerei. Kurzfassung: Pippin der Kurze hat dem Kloster Weißenburg (heute Wissembourg) diesen Wald geschenkt. Das hat bis in napoleonische Zeiten gehalten und danach wurden die Eigentumsverhältnisse kompliziert. Nach dem zweiten Weltkrieg war dieser Wald zwischen Deutschland und Frankreich umstritten, bis man das Problem in den 1980er-Jahren gelöst hat: Deutschland hat das Hoheitsrecht und Frankreich ist als Eigentümer im Grundbuch eingetragen.

Mundatwald - was ist das denn?

Schließlich erreichten wir die Schutzhütte auf der Anhöhe. Nach einer kurzen Rast brachen wir auf - nur um nach 600 Metern wieder umzukehren, weil ich mein GPS-Gerät liegen gelassen hatte. Inzwischen fing es richtig an zu regnen. So ein Regen, bei dem ich bei Dörte mit dem Argument "das ist aber höchstens ein halber Regentag" nicht durchkäme. Nach 30 Minuten hörte der Regen zwar auf, aber wir waren ziemlich durchnässt. Die Ankunft am Ziel hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt: Bei Sonnenschein auf der Terrasse sitzen und einen Schoppen Wein genießen. Daraus wurde nichts, weil uns viel zu kalt war.

Deutsches Weintor

Endlich einmal Weinberge

Wir haben schnell ein paar Fotos geschossen und haben den ersten Bus genommen, um uns so schnell wie möglich mit einer heißen Dusche im Hotel aufzuwärmen. Am Abend ging es dann zum Italiener, ohne dass wir noch einmal durch den Regen mussten. Morgen früh geht es dann nachhause.

Insgesamt betrug die reine Wanderstrecke in diesen 4 Tagen 80 km mit 2100 Höhenmetern bergauf und bergab. Elke besteht aber darauf, dass sie laut Smartphone mehr als 100 km gelaufen ist. Das ist schon möglich, denn die Wege von und zum Bahnhof und von und zum Abendessen sowie der Besuch beim Bruderfelsen kommen ja noch dazu,

Technische Anmerkungen:

Jetzt ist auf diesem Blog erst einmal wieder Sendepause bis Mitte November. Dann kommt als letzte große Aktivität des Jahres noch eine Karibikkreuzfahrt.

20 Oktober 2025

Tag 3 der Wanderung im Pfälzer Wald

 

Kartendaten ©2025 GeoBasis-DE/BKG (©2009), Google

Vielen Dank für Eure gedrückten Daumen - das Wetter war heute deutlich besser als erwartet. Es hat zwar ziemlich viel genieselt, aber einen soliden Landregen haben wir nicht abgekommen. Aber irgendetwas ist ja immer: Heute war es der Anschluss zwischen Bahn und Bus, den wir verpassten. Da der Bus nur alle 2 Stunden fährt, war ein Taxi die einzige Möglichkeit. Dafür konnten wir dann unsere Wandertour 30 Minuten früher starten. Das erste Highlight war der Felsen auf dem Lindelskopf.

Den Aussichtspunkt konnte 
ich mir nicht entgehen lassen

Der 9 Meter hohe Felsen ist mit einer Leiter zugänglich gemacht und oben drauf ist die Aussicht auf Ludwigswinkel grandios. Und einen Cache gab es am diesem Felsen auch noch!

Aussicht auf Ludwigswinkel

Heute standen nur etwas über 15 Kilometer auf dem Programm, dafür gab es aber etwa 600 Höhenmeter bergauf. Anders als gestern gab es kaum ebene Strecken, meist ging es bergauf oder bergab. Die Wege waren noch besser als gestern, häufig waren es schmale Pfade am Waldhang - aber in gut gepflegtem Zustand. Da gab es praktisch keine umgestürzten Bäume, die den Weg versperrten.

Wir haben unterwegs zweimal Rast gemacht in Bushaltestellenhäuschen in Petersbächel und Schönau, weil es eben doch noch leicht nieselte. Wir hätten es noch besser treffen können mit dem fast als Wohnzimmer eingerichteten Bushaltestellenhäuschen im Ort Gebüg. Aber da hatten wir leider gerade schon gefrühstückt und haben deshalb nur für ein Foto Platz genommen.

Bushaltestelle in Gebüg

Nach Schönau ging es dann auf den steilen finalen Anstieg, es standen nochmal 300 Höhenmeter auf dem Programm. Merkwürdigerweise unterschied sich hier mein Track von der Wegemarkierung (grüner Balken) und diesmal sind wir der Wegemarkierung gefolgt. Damit kamen wir allerdings nicht - wie erhofft - fast direkt an der Wegelnburg vorbei. Wir sahen einen Wegweiser dorthin mit 700 m Strecke und 130 Höhenmetern, das war uns zu viel. Im Ergebnis kamen wir dann viel zu früh bei der Bushaltestelle am Ziel an, wo wir etwa 70 Minuten auf den Bus hätten warten müssen. Wir haben stattdessen ein Taxi zum nächsen Bahnhof gerufen und waren eine Stunde früher als geplant in unserem Hotel in Rodalben. Eine halbe Stunde davon haben wir genutzt, um das Wahrzeichen von Rodalben und den Namensgeber für unser Hotel zu besuchen: Den Bruderfels

Der Bruderfels

Die beiden Steinsäulen sehen aus der Nähe viel beeindruckender aus. Natürlich gibt es hierzu auch eine Legende über zwei zerstrittene Brüder. Solche Legenden gibt es zu vielen Felsformationen hier. Wer Spaß daran hat, kann ja mal herkommen und den Felsenland Sagenweg oder den Felsenwanderweg Rodalben absolvieren.

19 Oktober 2025

Tag 2 der Wanderung im Pfälzer Wald

Kartendaten ©2025 GeoBasis-DE/BKG (©2009), Google

Auch heute hatten wir Glück mit dem Wetter, denn es blieb trocken und die Mittagspause konnten wir in der Sonne genießen. Nur am Morgen war es mit 7 Grad noch sehr frisch und am zugigen Bahnhof von Pirmasens froren wir ganz schön, als wir 30 Minuten auf unser Ruftaxi warteten.

Frieren beim Warten auf das Ruftaxi

Heute ging es von Bottenbach nach Ludwigswinkel. Mit geplanten 23,8 km war die Strecke deutlich länger als die von gestern. Dafür war sie aber auch deutlich schöner: Zwar war das erste Drittel auch asphaltlastig, aber es waren unbefahrene Wege durch Wald, Feld und Flur. Die Herbstfarben kamen gut zur Geltung, in Wirklichkeit sind sie noch viel beeindruckender als auf dem Foto.

Viele verschiedene Grüntöne

Heute war Sonntag, da haben Gaststätten auch schon mal im späten Oktober geöffnet. In Eppenbrunn konnten wir endlich einmal einkehren. Im Restaurant hatten sie zwar keinen Platz für uns (alles war für eine Gruppe reserviert), aber wir konnten im Biergarten sitzen. Herrlich bei dem Sonnenschein!

Mittagessen im Biergarten

Nach der Mittagspause wurde der Weg teilweise sogar etwas abenteuerlich. An manchen Stellen drohte er bald zuzuwachsen und an steilen Waldhängen kann das Überwinden umgestürzter Bäume schon mal zur Herausforderung werden. Wir hatten keine ernsten Probleme damit, aber es kostete Zeit. Da wir rechtzeitig am Zielort für unser gebuchtes Ruftaxi sein mussten, guckten wir immer genau auf die Uhr und unseren Fortschritt. 

Typische Trinkpause im Wald

Wir reduzierten bei Bedarf unsere Trinkpausen, um jederzeit genug Zeit für die Reststrecke zu haben. Bis 3 Kilometer vor dem Ziel waren wir noch voll im Plan, als eine Wegsperrung zu einer echten Herausforderung wurde: 

Darf man da am Sonntag durchgehen?
Wir waren brav und taten es nicht!

Der direkte Weg war wegen Baumfällarbeiten gesperrt und Google Maps fand eine Umleitung, die einen Zusatzkilometer bedeutete. Damit wurde es dann doch ein wenig knapp, aber am Ende waren wir rechtzeitig an der Bushaltestelle.

Wir ließen diesen anstrengenden aber schönen Tag mit einem Abendessen beim Italiener ausklingen. Für morgen ist Regen angesagt, bitte drückt die Daumen, dass es nicht zu schlimm wird.



18 Oktober 2025

Tag 1 der Wanderung im Pfälzer Wald

Eigentlich ist das Thema des Blogs mit dem Ende der Autorundreise ja schon abgeschlossen, aber ein paar Ereignisse aus diesem Jahr passen hier noch ganz gut rein. Diese Wanderung zum Beispiel, die ich gerade mit meiner Freundin Elke unternehme. Sie stand schon 2024 auf dem Pogramm und fiel damals wegen meiner Erkrankung aus. Mit dieser Wanderung schließe ich eine Lücke zwischen der Saarlandwanderung aus dem letzten Jahr und der legendären Hochzeitsreise aus dem Jahre 1985. Jene hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Dörte nicht mehr mit mir wandert und ich mir andere Mitwanderer suchen muss. Aber das ist eine andere Geschichte, fragt uns bei Geleenheit mal persönlich danach ...

Kartendaten ©2025 GeoBasis-DE/BKG (©2009), Google

Wir haben eine zentrale Unterkunft in der Stadt Rodalben und fahren von dort mit Bahn und Bus jeweils zum Start der Tageswanderung und vom Ziel wieder zurück. Das war einfacher zu organisieren und wir müssen nicht so einen schweren Rucksack schleppen. Heute ging es von Zweibrücken, wo vor einem Jahr die Wanderung mit Petra endete, nach Bottenbach.
 
Rollator-Bank in Zweibrücken

Die Strecke war am schönsten, als wir die Stadt Zweibrücken hinter uns gelassen hatten und bergauf in den Wald stapften. Das Herbstlaub schillerte in allen möglichen Farben und manchmal kam sogar die Sonne durch.

Frühstückspause im Wald

Leider blieb es nicht so, denn es folgte ein langes Straßenstück parallel zur Autobahn. Dabei hatten wir noch Glück, dass es Wochenende war, denn die Straße war die Zufahrt zu einem riesigen Amazon-Lager. Wegen des Fahrverbots für LKW am Wochenende war es noch ruhig auf der Straße. Aber vielleicht war die Halle auch schlicht noch nicht in Betrieb, weil sie umgebaut werden sollte.

Nach einer Mittagspause in einem Haltestellenhäuschen in Walshausen wurde die Strecke aber wieder besser und kurz vor dem Ende der Etappe konnten wir noch einmal richtig die Sonne genießen.

Ruhebank am Wegesrand

Den Abend haben wir mit Currywurst und Steak im Gasthaus "Zur alten Post" zünftig ausklingen lassen.

Angereist sind wir übrigens getrennt, denn meine Anreiseplanung über zwei Tage mt 12 Pausen für Caches fand Elke zu recht unzumutbar. Aber dafür habe ich jetzt 12 weitere Gradsegmente der Challenge "360 Grad um Deutschlands Mitte" erledigt.

Vorher - nachher

02 Oktober 2025

Statistik zur Autorundreise

Langsam kehrt wieder Alltag ein und ich habe die Zeit gefunden, die Reise Revue passieren zu lassen und ein paar Statistiken zu erstellen. Es war ein schöner, langer Urlaub und wir freuen uns, jetzt wieder zuhause zu sein. Die Seite mit den Etappen auf der Karte sollte jetzt aktuell und korrigiert sein. Daraus konnte ich die Statistik der Verkehrsmittel erstellen (insgesamt waren es 9.919 km):



Übernachtet haben wir meist in Hotels, Guesthouses oder Ferienwohnungen und zum Ende hin auch bei Freunden und Familie. Nicht alle Unterkünfte waren gleich komfortabel, aber bis auf die Nacht im Zelt waren wir überall zufrieden. 

Übernachtungen46
- Zimmer mit eigenem Bad18
- Ferienwohnung12
- Zimmer mit Gemeinschaftsbad7
- bei Familie und Freunden7
- auf dem Schiff1

Was wir uns alles angesehen haben, lässt sich manchmal nicht so einfach in Kategorien zusammenfassen. Ich habe es dennoch einmal versucht: Portmeirion, Kilmainham Gaol und Dartmoor Prison habe ich hier z. B. als Museen eingeordnet. Die beiden Events waren die Birnam Highland Games und die Grand Regency Costumed Parade.

Besuchte Attraktionen101
- Burgen, Schlösser etc.24
- Kulturdenkmäler23
- Naturdenkmäler23
- Technikdenkmäler14
- Stadtrundgänge8
- Museen7
- Events2

Natürlich hat das Geocachen eine große Rolle gespielt: Zwei neue Länderpunkte (Isle of Man und Irland) ergattert, Caches in allen Regionen Großbritanniens und Irlands gefunden und die Jasmer-Challenge abgehakt - das sind tolle Erfolge. Die Statistik nach Ländern und Cache-Arten sieht wie folgt aus:

Σ

Deutschland6111110
England261412759
Isle of Man314
Schottland26111240
Irland14418
Wales812029
Frankreich121729
Summe956118177189

Die abschließenden Besuche bei Freunden und Familie haben uns viel Freude bereitet. Wir haben die Gastfreundschaft sehr genossen und hoffen, sie bald erwidern zu können.

Unser Dank geht an unsere Kinder, die unsere Reise virtuell (und Jana sogar physisch!) begleitet haben und uns von zuhause Hilfestellung gegeben haben. Ebenso natürlich an unsere Nachbarn, die auf unser Haus geachtet haben - diesmal ohne Wasser im Keller oder andere Katastrophen. 

Apropos Katastrophe: Mein Smartphone ist jetzt wieder heil - innerhalb eines Tages wurde der Bildschirm auf Garantie ausgetauscht. Und ich bin jetzt dabei die nächsten Reisen zu planen ...

Anmerkungen von Dörte:

Wenn ich bedenke, dass der erste Gedanke für diesen Urlaub war: Wir fahren mal durch GB und bleiben da, wo es uns gefällt.....