14 September 2025

Dartmoor und Looe

Ob es im Dartmoor immer regnet? Wir wissen es nicht, aber heute hat es das getan. Bis auf einige wenige 10-minütige Regenpausen jedenfalls. Ich überlegte mir vorab, wie man das Dartmoor erleben könne, und suchte das Dartmoor Prison Museum und Kit Hill als Ziele heraus. Wenn man das Prison Museum als Ziel eingibt, wird man von Google Maps automatisch nach einer langen Anreise per Autobahn auf die Art Straßen gelotst, die man sich im Dartmoor so vorstellt. Schmale Wege durch dunkle Hecken, dazu Regen und Nebel. Nicht zu vergessen sind die Steigungen von bis zu 25%, die das Auto ordentlich zum Schnaufen brachten.

Dartmoor

An einem Parkplatz oben auf der Höhe haben wir angehalten, um ein Gefühl für diese Landschaft zu bekommen: Viel Gras, Steine und Ginster und dazu steile Hügel. Dazwischen immer wieder Hochmoore. Ich bin auf den nächsten Hügel gestiegen, habe aber außer Nebel keine Aussicht gehabt.

Das Prison Museum war recht interessant. Dartmoor Prison gilt als das härteste Gefängnis in Großbritannien, aber zurzeit gibt es keine Gefangenen dort. Im letzten Jahr wurden alle Gefangenen verlegt, weil es auf dem Gelände eine zu hohe Radon-Konzentration gibt. Laut dem Museumsmitarbeiter soll das Gefängnis in den nächsten Jahren nach Renovierungsarbeiten aber wieder eröffnet werden.

Innenhof des Prison Museums

Das Gefängnis wurde 1809 fertiggestellt, um Kriegsgefangene aus dem Krieg mit Frankreich aufzunehmen. Vorher waren diese auf Schiffen im Hafen von Plymouth untergebracht, was zu nahe an Einrichtungen der britischen Marine lag. Nach der Niederlage Napoleons wurde das Gefängnis 1815 stillgelegt und erst 1856 als Gefängnis für Verbrecher wieder reaktiviert und war bis 2024 in Betrieb.

Dartmoor Prison by Wikimedia

In der Ausstellung werden viele Aspekte thematisiert, z. B. der Gefangenenaufstand von 1932, konfiszierte Waffen und Scheinwaffen (eine Pistole aus Seife!), Gefängnisordnungen und berühmte Ausbrüche. Bei einem Ausbruchsversuch kaperten Gefangene den Tanklaster und durchbrachen mit diesem Schranken und Stahltore. Sie kamen bis zum nächsten Ort, klauten dort ein Auto und waren auf dem Weg in die Freiheit, als ihnen das Benzin ausging. Das konnte Dörte gut nachvollziehen, denn unser Auto schluckte bei den Steigungen so viel Benzin, dass wir zwischendurch auch schon befürchteten liegenzubleiben.

Unser nächstes Ziel Kit Hill liegt schon westlich vom Dartmoor. Es ist ein 333 Meter hoher Hügel mit angeblich phantastischer Aussicht, was wir aber heute nicht überprüfen konnten. Man kann jedenfalls auf einer ganz schmalen Straße bis zu einem Parkplatz beim Gipfel fahren. Im 19. Jahrhundert gab es hier Bergbau und der Schornstein der letzten Mine wurde nach der Stilllegung am Gipfel wieder aufgebaut. Jetzt dient er zusätzlich als Mast für Mobilfunk. 

Der alte Schornstein auf Kit Hill im Nebel

Unter dem Hügel existiert noch ein Tunnel, der 1959 im Rahmen der Operation Orpheus benutzt wurde. Damals wurde getestet, ob man unterirdische Atomwaffentests so durchführen kann, dass sie von Seismographen nicht als solche erkannt werden können. Das Gelände rund um den Hügel wurde übrigens anlässlich der Geburt von Prinz William als "Kit Hill Country Park" an die Bürger Cornwalls übereignet.

Das letzte Ziel war das Hafenstädtchen Looe. Wir sind darauf gekommen, weil es Drehort für die Serie "Beyond Paradise", ein Ableger von "Death in Paradise" ist. Wir hielten uns zwei Stunden dort auf, wobei wir wieder einmal Regen, Wind und Sonnenschein als Wetter bekamen. Bei Sonnenschein ist es natürlich am schönsten, wenn man die Boote fotografieren will, die bei Ebbe auf dem Hafenboden stehen. 

Hafenbecken von Looe

Wir haben einen Adventure Labcache gemacht, der uns zur Guild Hall (in der Serie die Polizeistation) und zum Denkmal für einen Seehund führten.

Guild Hall

Nach einem durchnässten Tag erholen wir uns im Hotelzimmer, das man heute sogar beheizen kann. Bei 10 Grad Außentemperatur der wahre Luxus!

Anmerkungen von Dörte:

Ich habe mal eine Frage an die Segler: Segelboote kippen bei Ebbe nicht um, weil sie drei „Beine“ haben. Einmal die normale Finne und dann zwei so Stützen. Muss man dafür rechtzeitig ins Wasser springen um die anzubringen oder wie läuft das? 

Einige Boote sind in eine fertige Halterung gefahren. Das sah praktisch, aber auch ein bisschen eklig aus. 


Magnet:


Technische Anmerkungen:

Heute habe ich nur die Bilder von Dörte zur Verfügung, denn mein Smartphone hat zwar voller "Tintenkleckse" tagsüber noch funktioniert, aber beim Abziehen der Bilder auf den PC dann völlig den Geist aufgegeben. Mal sehen, was wird!

Karte:

1 Kommentar:

  1. Moin Dörte,
    das Stehenbleiben ist tatsächlich ein Problem, meistens dadurch gelöst, daß man ein flaches Boot mit einholbaren Schwert oder eins mit zwei Kielen kauft. Die anderen Lösungen wie Stützen oder Gestelle sind eher schwierig, aber man kann die Stützen von Bord aus einsetzen und ohne ist schlecht.
    Gruß
    Martin

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