09 September 2025

Llanfair PG, Conwy Castle, Snowdonia und Portmeirion

Heute sind wir im Norden von Wales etwas hin- und hergefahren, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Direkt am Weg lag der Ort Llanfair PG, Kurzform von Llanfairpwllgwyngyll, was selbst die Kurzform von Llanfair­pwllgwyngyll­gogery­chwyrn­drobwll­llan­tysilio­gogo­goch ist. Und den Namen kennt man doch, oder? Es ist der längste Name einer Bahnstation in Europa!

Bahnstation in Wales

Der Name ist natürlich eine Touristenattraktion, aber immerhin muss man am Bahnhof nichts für den Parkplatz bezahlen. Damit man sich nicht die Zunge bricht, gibt es auch eine Aussprachehilfe vor Ort:

Und wie es zu diesem Namen überhaupt kommt und was er bedeutet, steht groß über dem Gift Shop:

The church of Mary in the hollow of the white hazel near the
fierce whirlpool and the church of Tysilio by the red cave
 
Dieses Dorf liegt ziemlich genau dort, wo auf der großen Insel Anglesay die Brücke zur britischen Hauptinsel beginnt. Bevor wir aber dorthin kamen, mussten wir erst einmal unser Auto waschen. Wir standen ja bei der Überfahrt gestern auf dem offenen Deck und das Seewasser hat einen schmierigen Film auf allen Scheiben und Spiegeln hinterlassen - der musste weg! 

Dörte hatte sichtlich Spaß!

Das nächste Ziel war die Stadt Conwy.  Sie wurde unter Edward I. im 13. Jahrhundert als Garnisonsstadt zusammen mit Conwy Castle erbaut und besitzt noch heute die Stadtmauer von damals, Auch das Castle ist erstaunlich gut erhalten, wenn man von den fehlenden Dächern absieht. 

Conwy Castle

Man konnte in luftiger Höhe eine vollständige Runde auf der Burgmauer laufen und fast alle Türme konnte man besteigen, um die Aussicht genießen. Natürlich bin ich auf sechs Türmen oben gewesen und hatte jedes Mal fast die gleiche Aussicht ...

Aussicht von der Burgmauer auf den Hafen

Dörte hat ihre Knie geschont, nur einen Turm bestiegen und sich ansonsten auf den Rundgang auf der Burgmauer beschränkt.

Auf der Burgmauer

Das nächste Ziel war der Snowdonia Nationalpark. Man kann mit dem Zug bis zum Gipfel des Mount Snowdon fahren - wenn man rechtzeitig gebucht hat. Das hatten wir nicht, aber trotzdem wollten wir etwas von den Bergen sehen. Wir entschlossen uns daher, die höchste Passstraße zu fahren. Auf dem Weg dahin kamen wir durch den Ort Llanberis am See Llyn Padarn. Das gefiel uns so gut, dass wir spontan gehalten haben, denn das Riesenschwert am Seeufer wollte einfach fotografiert werden. 

Skulptur Llafn y Cewri (Blade of thr Giants)

Natürlich konnten wir nicht widerstehen, ein bestimmt noch niemals gemachtes Foto nachzustellen:

Das Schwert war ganz schön schwer!

Auf der Weiterfahrt sind wir zunächst an der Talstation der Mountain Railway vorbeigefahren, die ja leider keinen Platz für uns hatte. Wir steuerten jetzt den Pass Penn-y-Pass an. Eigentlich wollten wir dort anhalten, aber auf dem Parkplatz am Pass muss man einen Platz mindestens 4 Stunden vorher buchen. Typischerweise macht man das, um von dort eine Wandertour zu starten. Wir konnten also nur oben rüber fahren und ich konnte die Aussicht genießen. Ich habe es in einem kleinen Video festgehalten (80 Sekunden):


Wenn man sich die Tour auf der Karte ansieht, erkennt man, dass wir eine Schleife durch die Bergregion gedreht haben. Das hat sich schon gelohnt!

Das letzte Ziel des Tages war Portmeirion und das war schlicht verrückt! Der Eintritt ist etwas teuer (17,50 Pfund für Senioren), aber es wurde als absolutes Highlight angekündigt. Es ist ein künstlich erschaffenes Küstendorf, welches mit einer Mischung verschiedenster Architekturen den Eindruck vermitteln soll, dass es am Mittelmeer läge. 

Alles ist hier schön anzusehen, aber nichts ist echt!

Gebaut wurde das Dorf von 1925 bis 1975 vom Architekten Sir Bertram Clough Williams-Ellis. Er muss ein unglaublicher Enthusiast gewesen sein und viel Geld gehabt haben. Mich haben viele der Gebäude und Artefakte, die wir hier gesehen haben, an die Iserhatsche in Bispingen erinnert, nur um den Faktor 10 größer!

Da scheint zum Beispiel ein Schiff am Kai zu liegen. Bei genauem Hinsehen merkt man dann, dass alles nur vorgetäuscht ist: Die Aufbauten sind aus Beton. Nur aus der Ferne sieht es täuschend echt aus.

Alles nur Dekoration!

Die meisten Gebäude sind Cafés, Shops oder andere Funktionsräume. Vieles dreht sich hier um die Fernsehserie The Prisoner aus den 1960er-Jahren, die hier gedreht wurde. Davon hatten wir noch nie etwas gehört, soll ziemlich surreal sein. Auch eine Folge von Dr. Who soll hier gedreht worden sein. 

Eigentlich ist alles hier nur Kulisse

Wir sind jetzt noch etwas ins Landesinnere gefahren und übernachten in dem kleinen Städtchen Corwen. Wir haben heute einmal indisch zu Abend gegessen und deshalb erst später mit dem Bloggen begonnen.

Anmerkungen von Dörte:

Ich liebe ja braune Schilder! Die weisen auf Attraktionen am Wege hin. Das ist manchmal irgend ein Unesco World Heritage Objekt, manchmal aber auch ein Gartencenter oder eine Paintballhalle (wahrscheinlich haben die dafür bezahlt). Heute allerdings gab es ein großes braunes Schild mit dem Bild einer Ente!?!? Wir sind leider nicht abgefahren und haben uns das angesehen. 

Übrigens: Wichtig, um die richtige Toilette in Wales zu finden sind die Worte „Dynion“ und „Merched“ (Herren und Damen). Aus dem Handbuch des unnützen Wissens: Im Ungarischen heißt es Ferfi und Nöi. 

Magnet:

Karte:

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