11 September 2025

Caerphilly Castle und Big Pit

Für heute war Regen angesagt und es gab ihn auch. Zwischendurch gab es aber auch immer mal wieder 10 Minuten Regenpause - es war ein komisches Wetter. Wir hatten uns auf Regen eingestellt und deshalb Museumsbesuche eingeplant.

Cearphilly Castle

Das erste Ziel war Cearphilly Castle, eine der größten Burgen Großbritanniens. Zusammen mit umgebenden Wasserflächen ist die Anlage 12 Hektar groß. Das Castle sieht gut erhalten aus - dabei war es mehrere Jahrhunderte eine Ruine. Die Marquesses of Bute erwarben 1776 das Gelände. Deren Privatinitiative ermöglichte die Restaurierung, die unter dem vierten Marquess ab 1928 richtig Fahrt aufnahm und erst durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges unterbrochen wurde. Deshalb sieht man hier ein halb restauriertes Castle - manchmal mit Dach und manchmal ohne.

In der großen Halle

In der großen Halle war eine Tafel aufgebaut, wo Dörte und ich als Hugh Despenser und König Edward II. posieren konnten. Hugh war ein Günstling und Berater des Königs, der mit ihm zusammen geflohen ist. Diese Fluchtgeschichte wird per Multimedia in der großen Halle auf witzige Art und Weise erzählt. Sie ging nicht gut aus ...


Interessant war auch die Geschichte vom roten und weißen Drachen: Der Legende nach sollen ein roter und ein weißer Drache miteinander gekämpft haben und das Land hat darunter sehr gelitten. Bis ein schlauer Waliser mit einer List die beiden Drachen mit Met besoffen gemacht und tief unter einem Berg in Snowdonia vergraben hat. Dort wollte später ein König seine Burg bauen, aber immer wenn eine Mauer fertig war, stürzte sie ein. Er zog Merlin zu Rate, der ihm von den beiden Drachen erzählte. Die kämpften nämlich unterirdisch weiter! Daraufhin grub der König die beiden Drachen aus, der rote Drache vertrieb den weißen Drachen, es gab Frieden und die Burg konnte endlich gebaut werden.

Darstellung des roten und weißen Drachen

Ein Turm sieht schiefer aus als der Turm von Pisa. Da konnte auch der vierte Marquess nichts dran machen und auch die ihm nachgebildete Holzskulptur hilft nicht wirklich ...

Der vierte Marquess versucht den Turm zu retten

Weiter ging es zum zweiten Ziel, dem Big Pit National Coal Museum. Wales und Kohlebergbau, das gehört zusammen und deshalb haben wir eine Untergrundtour gebucht. Die Mine "Big Pit" ist von 1880 bis 1980 in Betrieb gewesen und ist seit 1983 als Museum zugänglich.

Das Rad über dem großen Schacht

Für die Untergrundtour wurden wir mit Schutzhelmen, Helmlampen und Notfallgasmasken ausgestattet. Die Mine ist zwar nicht mehr aktiv, aber für sie gilt immer noch das Bergbaugesetz. Danach darf nichts Elektrisches mit in die Mine genommen werden, weil es Funken auslösen könnte. Früher, im laufenden Betrieb, hätte das zu Methanexplosionen führen können. Also wurden alle Smartphones, Uhren, Autoschlüssel, GPS-Empfänger und so weiter eingesammelt und in einem Fach weggeschlossen. Die Helmlampen waren übrigens speziell für den Bergbau gebaut und gasdicht abgeschlossen.

Mit voller Ausrüstung

Im Korb sind wir 90 Meter in die Tiefe gefahren. Wir waren 17 Personen im Korb und fühlten uns ziemlich zusammengequetscht - im laufenden Betrieb waren es damals 25 Personen mit jeder Einfahrt. Die Führung war super! Es wurde uns alles erklärt, z. B. warum alle 20 Meter Ventilationstüren da waren, die geschlossen gehalten werden mussten (um die Richtung des Luftstroms zu regeln, damit das Methan abzog). Im 19. Jahrundert machten das 5-jährige Kinder, die 12 Stunden ohne Licht auf Kommando die Türen öffnen und schließen mussten.

Bis 1970 waren hier auch Pferde als Zugtiere im Einsatz, dafür gabe es richtige Stallungen unter Tage. Die Tiere wurden mit etwa 5 Jahren eingebracht und verbrachten den Rest ihres Lebens hier unten. Mit der Einführung eines gesetzlichen Urlaubs von 2 Wochen wurde die ganze Mine für 2 Wochen im Jahr geschlossen und dann durften auch die Pferde nach oben.

Natürlich habe ich mir mehrfach den Kopf gestoßen, aber der Helm hat mich gut vor irgendwelchen Folgen geschützt. Es war nur schade, dass wir hier nicht fotografieren konnten.

Waschräume

Wieder oben angekommen konnten wir die Waschräume, Kantinen und weitere Nebengebäude wie z. B. Maschinenhäuser ansehen. Darin gab es viele Fotos und andere Ausstellungsgegenstände zu sehen.

Spinde ohne Ende

Da wir unter Tage hauptsächlich die Werkzeuge und Techniken aus der viktorianischen Zeit gesehen hatten, gibt es über Tage noch ein moderneres Fake-Bergwerk mit moderneren Maschinen. Gut gemacht, aber lange nicht so authentisch wie 90 Meter unter Tage!

Modernere Maschinen zum Abbau im Fake-Bergwerk

Anmerkungen von Dörte:

Wir haben danach noch einen Pub gesucht, um etwas zu essen. Haben dann einen etwas urigen mit brennendem Ofen und Ohrensessel und Menschen, die unverständlich sprachen, gefunden. Die Wirtin war sehr freundlich: „Wir haben hier keine Küche, aber sie können sich ja Fish and Chips von gegenüber holen und hier essen.“ Gesagt, getan. Das Essen wurde dann geliefert. Meine Frage nach einem Tee machte etwas Schwierigkeiten: „Oh, ich weiß nicht, ob ich noch Milch habe!“ Sie hat dann noch welche gefunden. Sehr freundliche Leute, die dann auch halbwegs verständliches Englisch sprechen konnten. 

Nett fand ich auch die kleine bronzene Darstellung der Burg. Der Burggraben war durch den Regen tatsächlich gefüllt. Sehr authentisch. 

Karte:

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