27 November 2025

Was für ein tolles Jahr!

Wir sind gut wieder zuhause angekommen. Der Flug von New Orleans war ziemlich anstrengend, weil Dörte und ich beide sehr verschnupft waren. Ich konnte im Flugzeug nicht schlafen, aber immerhin drei Filme ansehen: "Indiana Jones und das Rad des Schicksals", "Octopussy" und "Harry und Sally". Ich kannte sie alle schon, aber ich hatte keine Lust auf einen neuen Film. Beke hatte mir gezeigt, wie man im Entertainment System an eine größere Auswahl von Filmen kommt. Octopussy habe ich mir nur angeguckt um die Szene mit dem Bären Herkules zu sehen. Sehr kurz, sehr unbedeutend, kurz vor Ende des Films bei einer Parade von Octopussys Zirkus.

In London haben wir uns von Jana verabschiedet und hatten dann einen langen Aufenthalt von ca. vier Stunden. Dörte hat es geschafft, im Sitzen etwa zwei Stunden richtig zu schlafen, während ich im Gedränge und verschnupft meine täglichen 10000 Schritte machte.

Hamburg begrüßte uns mit kalten Temperaturen (2 Grad Celsius), aber immerhin hat es nicht geregnet. Kurz vor 20 Uhr waren wir zuhause und haben den Nachbarn noch kurz bei einem Glas Sekt von unseren Erlebnissen berichtet.  


Mit dieser Reise kommt dieses Blog zu einem Abschluss. Gedacht war es ja eigentlich nur für die Dokumentation unseres Roadtrips über die britischen Inseln. Mehr als die Hälfte der Posts befassen sich auch mit dem Thema, aber ich konnte auch über andere Reisen und Highlights aus diesem tollen Jahr berichten:
Dazu kommt noch die Reise mit der Queen Anne von Ende Februar bis Anfang Mai, die in einem eigenen Blog beschrieben ist, sowie zwei großartige Feiern zuhause mit Boßeln und Grünkohl (Familientreffen zum gemeinsamen 135. Geburtstag und mein 68. Geburtstag). So voll gepackt sind unsere Jahre bisher noch nicht gewesen und wir sind froh und dankbar, dass wir in diesem Jahr bisher von gesundheitlichen Problemen verschont wurden. Es ist schon gut, dass wir es nächstes Jahr ein bisschen ruhiger angehen lassen wollen. Aber nur ein bisschen!

Ein neues Blog wird es bald geben: JAGBRAI.blogspot.com. Da geht es dann weiter ... 

Anmerkungen von Dörte:

Ein bisschen ruhiger und mehr Sport!!!  (Als ich Jan heute darauf hinwies, dass man krank keinen Sport machen sollte, war er der Meinung, dass die 10.000 Schritte ja kein Sport wären.)

25 November 2025

Oak Alley Plantation


Heute war unser letzter Tag in New Orleans. Dörte, Jana und ich haben eine Bustour zu einer Plantage unternommen, während Beke und Stefan mit einem Boot durch den Sumpf gefahren sind. Da wir am Abend zurückfliegen wollten, haben wir zuerst unser Gepäck bei einer Aufbewahrungsmöglichkeit abgegeben. Danach blieb sogar noch Zeit für ein gemeinsames Frühstück in einem Restaurant, bevor die Touren losgingen.

Gepäck abgegeben!

Unsere Tour führte uns etwa 1,5 Fahrstunden Mississippi-aufwärts mit dem Bus, meist auf der Straße von gestern, der Interstate 10. Aber diesmal in Richtung Westen. Beeindruckend war die Hochbrücke mit dem Ausblick auf den Mississippi.

Mississippi

Die Oak Alley Plantation ist ein typisches Südstaaten-Plantagenhaus mit Säulen und umlaufendem Balkon. Die große Besonderheit war die grandiose Allee alter Eichen.

Auf der Allee der alten Eichen

Früher gab es mehr Gebäude als heute, z. B. eine separate Küche, zwei Garçonnières (das sind Gebäude für die groß gewordenen Kinder), Toiletten und natürlich die Unterkünfte für die Sklaven. Von den Gebäuden für die Sklaven sind sechs wiederhergestellt worden und beherbergen heute eine Ausstellung über das Leben der Sklaven auf der Plantage. Das war sicher der emotionalste Teil des Besuchs.

Quartiere für die Sklaven

Durch das Herrenhaus bekamen wir eine Führung, von der ich allerdings nicht viel mitbekommen habe. Die Führerin redete zu schnell, zu leise und zu undeutlich. Trotzdem bekam man einen guten Eindruck, wie das Leben hier vor 150 Jahren abgelaufen ist. Leider durfte man drinnen keine Fotos machen. Im Außengelände gab es noch zwei formale Gärten und einen privaten Friedhof der letzten hier lebenden Besitzerfamilie.

East Garden

West Garden

Friedhof der letzten Besitzerfamilie

Das Wetter war heute wechselhaft, aber es war uns wohlgesonnen. Die heftigen Regenschauer gab es in der Nacht, während der Busfahrt und während der Führung im Herrenhaus. Auf der Rückfahrt haben wir aus dem Bus heraus noch eine Reihe weiterer prächtiger Südstaaten-Plantagenhäuser gesehen, von denen viele die Kulisse von Spielfilmen waren. Unter anderem auch von "Django Unchained".

Drehort von Django Unchained

Zurück in New Orleans haben wir Beke und Stefan getroffen, die von ihrer Sumpfboottour ebenfalls begeistert waren. Nach einem kurzen Essen sind wir im Stau zum Flughafen geschlichen, waren aber deutlich rechtzeitig da. Jetzt sitze ich am Gate und hoffe, den Blog noch fertig zu bekommen, bevor das Boarding beginnt.

Anmerkungen von Dörte:

Fallen aus, weil das Boarding beginnt.

24 November 2025

Geocaching in Mississippi und Alabama

Heute haben Dörte, Jana und ich ein Auto gemietet, um unsere jeweils ersten Geocaches in den Staaten Mississippi und Alabama zu finden. Zugegeben, das ist etwas verrückt, 400 Kilometer nur zu diesem Zweck zu fahren, aber meine Landkreistouren in Deutschland waren es ja auch.

Willkommen in Alabama

Wir sind praktisch nur entlang der Interstate 10 gefahren, die von Kalifornien bis Florida von Küste zu Küste verläuft. Diese Straße hatten wir schon bei unserer Weltreise 2018 benutzt, allerdings viel weiter westlich. Hier ging sie auf einer langen Brücke über den Lake Pontchartrain in Louisiana und eine nicht ganz so lange Brücke über den Pascagoula River nahe der Grenze zwischen Mississippi und Alabama.

Autobahn im Sumpfland des Deltas des Pascagoula River

Den Cache für Mississippi fanden wir an einer Kirche in Diamondhead und den Cache für Alabama am Autpobahnparkplatz für das Alabama Welcome Centre. Beide Caches konnten wir gut finden.

Der Alabama-Cache lag an einem tollen Eichenbaum

Kurz vor 16 Uhr waren wir wieder in New Orleans und haben uns mit Beke und Stefan zum Essen getroffen. Die beiden hatten den Garden District erkundet und dort ein paar schöne Bilder gemacht. 

Im Garden District

Dörte, Jana und ich waren müde und sind nach dem Essen direkt zu unserer Ferienwohnung gefahren. Hier gucken wir uns gerade die mehrteilige Netflix-Doku über den Hurrikan Katrina an.

Anmerkungen von Dörte:

Ich kann gar keine Anmerkungen schreiben. 70.000 Leute und eine voll aufgedrehte Klimaanlage haben zu einer dicken Erkältung geführt. Ich lag also schlafend auf dem Rücksitz und bin nur ausgestiegen um die Punkte für weitere US-Staaten einzusammeln. 

23 November 2025

Saints vs Falcons

Heute stand bei uns ganz im Zeichen des Football-Matches New Orleans Saints gegen Atlanta Falcons. Schon als wir den Kindern vorschlugen, eine Kreuzfahrt nach New Orleans zu machen, prüften sie die Spielpläne und freuten sich tierisch, ein Heimspiel der New Orleans Saints sehen zu können. Passende T-Shirts hatten sie vorher schon mal gekauft, Beke eines von den Saints und Stefan eines von den Falcons. Dass die beiden hier nun aufeinander treffen, war ein glücklicher Zufall.

Das Logo der Saints

Wir begannen mit einem späten Frühstück als Brunch, wieder mit typischen Gerichten für New Orleans. Mir hat der Po'boy mit Alligaturwurst und Ei sehr gut geschmeckt.

Po'boy mit Alligatorwurst und Ei

Danach machten wir uns zu Fuß auf in Richtung Stadion. Beke und Stefan ernteten einige lustige Bemerkungen, weil sie als Paar mit Trikots unterschiedlicher Mannschaften herum liefen. Dazu muss man wissen, dass es so etwas wie Feindlichkeiten von Fan-Gruppen hier gar nicht gibt - man behandelt sich mit Respekt.

Zwei Fans unterschiedlicher Mannschaften

Auf dem Weg kamen wir an einem Café vorbei, welches an NFL-Spieltagen mit großen Bildschirmen und billigem Bier (Supermarktpreise!) lockt. Da konnten wir nicht widerstehen und haben uns einen Teil des Mittagsspiels (New England Patriots vs Cincinnati Bengals) auf den Fernsehern angesehen.

Im Stadion kostet's zehnmal soviel!

Auf dem Weg zum Stadion durfte ich dann noch einen kleinen Umweg zu einem Cache an der Kirche St. Patrick machen. Die Dose war geschickt versteckt und deshalb mussten wir ganz schön suchen. Ich konnte die Dose dann schließlich doch noch finden.

Kirche St. Patrick

Rund um das Stadion strömten jetzt die Fans und wir brauchten ihnen nur zu folgen. Viele hatten T-Shirts ihrer Teams an, aber etwa 25% waren zusätzlich als Fans zurechtgemacht, z. B. mit Masken oder besonderer Kleidung. Dörte genoss es, sich mit ihnen fotografieren zu lassen.

Saints-Fans unter sich

Die Eingangskontrolle erfolgte mit Metalldetektoren und war sehr viel flüssiger als ich das erwartet habe. Man darf nur mittelgroße durchsichtige Tragetaschen mitnehmen und sowas hatten wir nicht dabei. Daher haben wir nur das Nötigste in den Hosentaschen mitgenommen: Geld, Kreditkarte, Smartphone, Powerbank. Und eine Strickjacke, denn das Stadion ist überdacht und klimatisiert.

Caesars Superdome

Das Stadion heißt Caesars Superdome und wurde 1975 gebaut. Es hat ein vollständiges Kuppeldach und fasst über 73000 Zuschauer. Es wurde in den letzten Jahren renoviert und ist wirklich ein Prachtstück! Bekannt wurde es im August 2005 auch als Notunterkunft beim Hurrikan Katrina: Damals waren ca. 30000 Menschen hierher geflüchtet und harrten hier mehrere Tage aus. Das Stadion wurde damals schwer beschädigt und ist erst im September 2006 wieder für ein Spiel genutzt worden. Zur Erinnerung an dieses Spiel, das die Saints gegen die Falcons damals hoch gewonnen haben, steht eine Statue vor dem Stadion mit dem Titel "Rebirth".

An der Statue Rebirth (zählt als virtueller Cache!)

Vor dem Stadion konnte man sich auch im Zielwerfen beweisen. Dörte ließ sich nicht lange bitten und hatte durchschlagenden Erfolg.

Unsere Sitze waren hoch hinter einem Tor. Die Sicht aufs Spielfeld war gut, aber die Perspektive war ganz anders als wir sie vom Fernsehen her kannten. Es war ziemlich schwer zu erkennen, wer gerade den Ball besaß. Wir waren natürlich für die Saints, die Heimmannschaft. Doch die kamen nicht so richtig in Gang: Zwei Fehlkicks und unnötige Ballverluste führten zu einem schnellen Rückstand. Zur Halbzeit stand es 16:7 für die Falcons. Im dritten Viertel konnten die Saints ganz gut mithalten und es gab keine weiteren Punkte, am Anfang des letzten Viertel kamen die Saints noch auf 16:10 heran. Als dann aber kurz darauf die Falcons mit einem Touchdown punkteten, war alles klar. Zur Mitte des letzten Viertels verließen viele Saints-Fans enttäuscht vorzeitig das Stadion.

Unsere Sicht aufs Spielfeld

Nach dem Spiel sind wir zurück zu dem Café mit dem preiswerten Bier gegangen und haben noch zu Abend gegessen. Diesmal hatte ich einen Burger, so richtig gesund ist das Essen hier wohl nicht. Aber ab und zu darf das ja mal sein …

Anmerkungen von Dörte:

Der Einlauf der Heimmannschaft wurde richtig zelebriert mit Lichteffekten, viel Rauch und großem Gejohle. Gejohle gab es auch beim Einlauf der gegnerischen Mannschaft - nur nicht so freundlich. Natürlich ist man auch zum Anhören der Nationalhymne (zweistimmig von zwei Mädchen) aufgestanden. Das eigentliche Spiel ist an mir völlig vorbeigegangen. Es gab ständig Ablenkungen: Die Puschelgirls tanzten an diversen Stellen, die große Marschband nahm schon mal Aufstellung, es liefen auf den großen Bildschirmen Statistiken, Werbung, Aufforderungen, mehr Lärm zu machen (bis 116 Dezibel) und Wiederholungen von Spielzügen. Irgendwann haben sie einfach angefangen zu spielen, wie ich überrascht feststellte. Den Ball habe ich nur selten gesehen, es gab einen ständigen Wechsel an Spielern, es flogen gelbe Zettel auf den Rasen, die Uhr blieb aus unerfindlichen Gründen immer stehen und dann gab es noch Timeouts. Nur wenn sie mal aufs Tor geschossen haben - das habe ich mitbekommen. Aber da hatte der Kicker von den Saints leider einen rabenschwarzen Tag und hat dreimal daneben geschossen! Sozusagen drei versemmelte Elfer. Aber lustig war es trotzdem. 

22 November 2025

French Quarter

Heute früh klappte die Ausschiffung ziemlich reibungslos. 10 Minuten mussten wir allerdings in einer Warteschlange vor der Passkontrolle verbringen, obwohl sie eigentlich sehr effizient organisiert war: Ein Grenzbeamter beobachtete 4 parallele Gesichtserkennungsstationen, bei denen man nicht einmal seinen Pass vorzeigen musste. Vermutlich wurde im Hintergrund eine Datenbank mit den Passangaben aller Passagiere verwendet.

Wir fuhren mit einem Uber-Taxi zu einem Hotel im French Quarter, wo wir unser Gepäck gegen Gebühr unterstellen konnten. Von dort haben wir zu Fuß das French Quarter entdeckt. Zunächst einmal war dort die Bourbon Street mit schillernden Farben und der typischen Arkaden- und Balkon-Architektur.

Bourbon Street bei Tag

Wir entdeckten ein kleines Café im Musical Legends Park mit Livemusik, wo wir uns erst einmal ausgeruht haben. Gleichzeitig gab es dort auch einen virtuellen Cache - wie praktisch!

Musical Legends Park

Dörte war auf der Suche nach T-Shirts mit New-Orleans-Motiv. In der Bourbon Street gab es zwar T-Shirts, aber keine mit jugendfreien Texten. Die fanden wir erst später in der Canal Street und in den Straßen, die näher am Fluss lagen. Jana musste bei der großen Auswahl beim Aussuchen helfen - und hat sich selbst auch einige Shirts gekauft.

Freunde von Onkel Wubbelbubba

Um 13 Uhr haben wir eine Free-Walking-Tour zur Geschichte von New Orleans mitgemacht. Unser Guide Sean hat auf witzige Weise die Geschichte der Stadt erklärt und viele Tips für weitere Unternehmungen und Restaurantbesuche gegeben. 

Kathedrale von New Orleans und
Denkmal für Andrew Jackson

Als wir auf den Beginn der Führung warteten, haben wir einen Heiratsantrag beobachtet: Der Mann drückte einer fremden Frau sein Smartphone in die Hand mit der Bitte, eine Aufnahme von sich und seiner Freundin zu machen. Danach fiel er auf die Knie und präsentierte den Ring. Die fremde Frau war reaktionsschnell genug, um das alles auf Video festzuhalten.

Nach der Führung haben Jana, Dörte und ich das Gepäck abgeholt. Auf dem Weg sind wir an zwei Paraden durch Straßen des French Quarter mit Musikkapelle vorbeigekommen. Beides waren offensichtlich Hochzeitsgesellschaften die tanzend und feiernd durch die Straßen zogen. 

Die Ferienwohnung liegt in einem ruhigen Wohnviertel etwa 3 Kilometer vom French Quarter entfernt und reicht für uns fünf (ähem sieben, ich sollte Friedrich von Sachsen und Onkel Wubbelbubba nicht vergessen!) gut aus. Auch wenn nur 4 Stühle am Frühstückstisch stehen …

Nach dem Einchecken sind wir mit einem Uber zurück ins French Quarter gefahren und haben uns mit Stefan und Beke zum Essen getroffen. Wir folgten einem der Tips von Sean und waren im Restaurant Napoleon House. Dort bestellten wir alle möglichen Spezialitäten aus New Orleans und probierten verschiedene Gerichte. Bis auf das Alligatorfleisch fand ich alles extrem lecker und teilweise ziemlich scharf gewürzt. 

Creole Jambalaya

Warm Spinach & Artichoke Dip

Hot Pastrami Po'boy

A Quarter Italian Muffuletta

Nach dem Essen war es um ca. 18 Uhr draußen schon dunkel und wir sind noch einmal die Bourbon Street entlang gegangen. Was für ein Unterschied zum Morgen! Die Straße war für den Autoverkehr gesperrt und voller Menschen. Viele angereiste Fans der Atlanta Falcons (morgen ist das Spiel gegen die New Orleans Saints) feierten hier. Musik, Lichter, Bier, Straßenkünstler - das passte alles wunderbar zusammen und ergab eine tolle Stimmung.

Bourbon Street am frühen Abend

Anmerkungen von Dörte:

Nett fand ich die Geschichte über William Faulkner. Dieser hat während der Prohibition extra ein Haus neben der Kathedrale gemietet, da der Priester Messwein illegal verkauft hat. 

Leid taten mir die Tiere, die die Kutschen ziehen mussten. Die Formulierung ist bewusst gewählt, weil sie nicht nach Pferden aussahen und ich Maultier und Maulesel nicht unterscheiden kann. Leid tat mir auch die gelbe Phyton, die auf der total lauten Bourbon Street spazieren getragen wurde. Obwohl —- Ohren haben sie ja nicht. 🤨 



Magnet:

21 November 2025

Ein letzter Seetag


Die Kreuzfahrt geht langsam zu Ende, morgen früh werden wir in New Orleans ausschiffen. Den letzten Seetag haben wir ruhig angehen lassen: Dörte, Jana und ich haben bis 9 Uhr ausgeschlafen. Ich bin dann auf Deck gegangen, um meine 10.000 Schritte zu machen und die anderen haben den Fitnessraum ausgenutzt.

Im Fitnessraum

Dörtes schlimmstes Quälgerät

Bei meinen Schritten auf dem Außendeck beobachtete ich einen jungen Mitarbeiter, der heute einen Spezialauftrag hatte: Bei allen Rettungsringen musste von dem Sticker mit der Aufschrift "Panama R.P." das "R.P." entfernt werden. Auf meine Frage, warum er das tue, bekam ich als Antwort nur, dass morgen eine Inspektion sei und alles "top notch" sein müsse. Pro Rettungsring brauchte er etwa 10 Minuten, wahrscheinlich war er stundenlang damit beschäftigt!

Vorher - Nachher, aber warum?

Einmal musste ich auf dieser Kreuzfahrt ja auch an einem Quiz teilnehmen. Beim Thema 90er-Jahre fühlte ich mich halbwegs kompetent, aber bei Fragen zu amerikanischen TV-Show-Formaten oder dem Gegenkandidaten zu Bill Clinton bei den Präsidentschaftswahlen 1996 musste ich doch passen. Immerhin hatte ich 4  von 20 Antworten richtig ,,,

Beim Quiz

Nach dem Mittagessen habe ich mir noch eine letzte Show angesehen: "The World Works Here". Zuerst wurden von der Showtruppe einige bekannte Songs wie "Love Is In The Air", "Imagine" und "All You Need Is Love" vorgetragen. Danach stellte der omnipräsente Entertainment Direktor Paully die Mitglieder der Showtruppe noch einmal vor. Als Zeichen der Inklusion kamen eine Gruppe Gehörloser und ein paar Kinder auf die Bühne und es wurde gemeinsam mit der Showtruppe ein Lied in Gebärdensprache vorgetragen. Witzig war, das dafür zwei Gebärdensprachen-Souffleure vor der Bühne eingesetzt wurden. Zum Schluss gab es eine Flaggenparade der 50 Nationen, die in der Crew vertreten sind. 49 mal gab es freundlichen Applaus und zum Schluss einen Jubelsturm bei der Flagge der USA.

Flaggenparade

Ansonsten habe ich mein Buch von Riaan Manser "Around Africa on My Bicycle" weitergelesen. Inzwischen ist er in Eritrea angelangt.

Anmerkungen von Dörte:

Jana und ich waren vor dem Training noch zum Brunchen. Ich habe mir ein super lecker aussehendes Avocado Krabben Sandwich bestellt, das aber leider korianderverseucht war. Schade. 

Hier mal ein kurzes Video von der Stimmung an Bord. 

20 November 2025

Cozumel

 

Cozumel ist eine Insel vor der Küste der Halbinsel Yucatan. Es gibt hier drei Kreuzfahrtterminals und an unserem alleine lagen 4 Schiffe am Pier und bei zwei weiteren wurden die Touristen mit Tenderbooten an Land gebracht. Dementsprechend ist hier alles auf Kreuzfahrttouristen ausgelegt. Wir haben heute getrennte Ausflüge gemacht: Beke und Stefan sind zu einem Strand im Norden gefahren, Jana zu einem Beach Club im Süden (weil der besseren Sandstrand hat) und ich bin mit Dörte zum Cachen in die Inselhauptstadt San Miguel gefahren.

An der Strandpromenade

In San Miguel sind wir an der Strandpromenade längsgelaufen und haben am Monument für die Taucher den ersten Cache gefunden. Es war ein virtueller Cache und man musste die Seesterne und Sanddollars (eine Art Seeigel) auf dem Monument zählen. Hoffentlich haben wir uns dabei nicht verzählt! 

Tauchermonument

Der nächste Cache war nicht erreichbar: Ein Mitarbeiter des danebenliegenden Geschäfts hatte uns als Geocacher erkannt und in das benachbarte Restaurant geschickt. Das war aber leider geschlossen. Wir trösteten uns mit einem Labcache und wanderten auf der Promenade langsam zurück. An einer Art Marktplatz bogen wir von der Promenade ab, aber auch hier war alles voller Geschäfte für Touristen. Gefühlt war es eigentlich zu leer für die große Anzahl von Kreuzfahrtschiffen.

Einkaufsstraße

Schädel und Skelette waren überall zu sehen. Dörte hat viele davon fotografiert, insbesondere die Statuen am Marktplatz. Bei einer Statue trug der Skelettmann seine Skelettbraut auf Händen. Wir haben Paare gesehen, die das dann nachgemacht haben. Zum Glück hat Dörte mit Rücksicht auf meinen Rücken auf ein solches Foto verzichtet.

Skelettbrautpaar

Wir spazierten noch etwa einen weiteren Kilometer auf der Strandpromenade in Richtung auf unser Kreuzfahrtterminal und fanden dabei noch einen weiteren Labcache und zwei traditionelle Geocaches. Die traditionellen Caches waren jeweils in einem Hotel und in einem Beach Club und man musste danach beim Personal fragen. 

Cache an der Hotel-Rezeption

Der Beach Club des zweiten traditionellen Caches ("no name beach club") lag ziemlich versteckt und war ein echter Geheimtip. Kleiner Pool, Zugang zum Meer, gute Musik und riesige Cocktails. Wir haben unseren Aufenthalt dort sehr genossen.

Riesenmojito

Zurück zum Kreuzfahrtterminal haben wir ein Taxi genommen, denn drei weitere Kilometer wären etwas zu viel gewesen. Bei leichtem Regen kamen wir dort an, das war der erste richtige Schauer, den wir auf dieser Reise hatten.

Anmerkungen von Dörte:

Ich weiß ja, dass die Kinder erwachsen sind. Das hindert mich aber nicht daran, mich ständig zu sorgen, ob sie auch rechtzeitig wieder an Bord kommen. Beke und Stefan fehlen noch - und das 15 Minuten vor der Abfahrt!!!

Technische Anmerkungen:

Das Internet an Bord ist dermaßen unzuverlässig, dass es bis zu 20 Versuche benötigt, um ein einziges Bild hochzuladen! Deshalb ist dieser Post so spät fertig geworden. Beke und Stefan haben es natürlich locker rechtzeitig zurück zum Schiff geschafft.

19 November 2025

Belize


Heute ging es für mich um den Hauptzweck der Reise: Mindestens einen Cache in Belize finden. Deshalb sind Jana und ich nicht mit auf den Ausflug gegangen, damit das Cachen auch sicher klappt. Natürlich klappte es nicht ohne Haken und Ösen: Ich habe mal wieder bei der Vorbereitung gepatzt. Landkarten und Caches von Belize hatte ich vorab auf GPS-Gerät und Smartphone für den Offline-Gebrauch geladen, wie sich das gehört, wenn man keinen Internetzugang hat. Erst im Tenderboot habe ich festgestellt, dass von den drei zu Fuß erreichbaren Caches nur einer tatsächlich auf GPS und Smartphone vorhanden war. In aller Eile konnte ich mittels des Schiffs-Internets noch für einen zweiten Cache Screenshots machen, aber beim dritten Cache war das Tenderboot schon zu weit weg. Mist, ich hatte mir nur noch merken können, dass dieser Cache bei der anglikanischen Kathedrale war.

Willkommen in Belize

Die Überfahrt dauerte etwa 20 Minuten, bis wir im Hafen von Belize City ankamen. Dort gaben wir Dörte, Beke und Stefan beim Ausflugsunternehmen ab und wünschten ihnen viel Spaß. Der erste Cache war etwa 100 Meter vom Hafenausgang entfernt und wir wehrten erst einmal alle Anbieter von Touren ab. Einer davon aber entpuppte sich als Wärter dieses Caches und führte uns direkt dorthin. Bingo, mein 119. Länderpunkt beim Geocaching!

Auf einer Drehbrücke ging es über den Haulover Creek

Wir gingen dann weiter zum nächsten Cache, einem Earthcache. Durch die Screenshots hatten wir die Koordinaten, die uns zu einem kleinen Park mit einem Denkmal für George Cadle Price führten. Er ist der "Vater der Nation", führte die Verhandlungen, die zur Unabhängigkeit führten, und war der erste Premierminister nach der Unabhängigkeit 1981. Wir aber kümmerten uns nicht um die Politik, sondern mussten die Marmorart bestimmen, die beim Sockel seines Monumentes verwendet wurde.

George Cadle Price

Der Park wird wohl so etwas wie ein kleiner karibischer Weihnachtsmarkt werden, offensichtlich begann man schon mit dem Schmücken. Direkt gegenüber des Parks sahen wir den Supreme Court Clock Tower, ein weiteres nettes Fotomotiv. Der Turm wurde zu Ehren von William Hart-Bennett  errichtet, der 1918 Gouverneur von Britisch Honduras war. Der Legende nach soll er an Verletzungen gestorben sein, nachdem ihm beim Brand des Supreme Courts ein umfallender Flaggenmast getroffen hat.

Supreme Court Clock Tower

Die Straßen waren heute leer, denn es war ein offizieller Feiertag. Jedes Jahr am 19. November wird die Ankunft der Garifuna in Belize gefeiert. Von den Feierlichkeiten haben wir allerdings nichts mitbekommen. Immerhin gab es einen offenen Lebensmittelladen an der Hauptstraße, in dem ich meine Cola-Zero-Vorräte aufstocken konnte. Am Ende der Hauptstraße kamen wir dann zu unserer Kathedrale für den zweiten Earthcache. Da wir unterwegs keine freien WLANs gefunden hatten (außer solchen zur Steuerung von HP-Druckern und Klima-Anlagen), kannten wir weder Koordinaten noch Aufgabenstellung. Also haben wir erst einmal die Kirche besichtigt. Eine freundliche Dame hat uns die Besonderheiten der Kirche erklärt (1812 bis 1820 gebaut mit Ziegeln aus London, die als Ballast mitgenommen wurden, wo Queen Elisabeth bei der Unabhängigkeitszeremonie gesessen hat, den Stuhl für den Bischof mit einem roten Bezug an der Lehne usw.) Das war interessant, aber das wichtigste für uns war das Passwort für das WLAN der Kathedrale …

In der anglikanischen Kathedrale

Wir sollten etwas über den Sandstein herausfinden, aus dem das Heilige Kreuz besteht. Nun ja, es besteht nicht mehr richtig, denn es ist umgefallen und zerbrochen. Die nötigen Antworten konnten wir natürlich trotzdem finden.

Das zerbrochene Kreuz

Gegenüber befand sich das Museum of Belizian Art (MOBA) und das haben wir dann auch noch besucht. Am bemerkenswertesten fanden wir ein Bild vom letzten Abendmahl mit einer karibisch-afrikanischen multireligiösen Interpretation.  

Das letzte Abendmahl von Isiah Nicholas

Anschließend kehrten wir zum Hafen zurück und erledigten noch etwas Shopping. Dörte, Beke und Stefan sind inzwischen auch von ihrem Ausflug zurück und berichten begeistert von Höhlenkajaktour und Zip-Lining. Morgen geht es zurück nach Mexiko zur Insel Cozumel.

Anmerkungen von Dörte: 

Wir sind in ein Naturreservat gefahren mit mehreren Höhlen, durch die ein Fluss führt. Beke und Stefan hatten ein eigenes Kajak, ich konnte mir (glücklicherweise) eines mit dem Guide teilen. Von der Einsetzstelle ging es gleich zunächst gegen die Strömung rein in den Berg. Auf den Helmen waren Stirnlampen montiert, sodaß wir gefühlt Hunderte Fledermäuse aufgescheucht haben, die dann um uns herumschwirrten. 

Die Fledermäuse sind nicht so schlimm wie
die Tarantel, die wir im Wald gesehen haben. 

Wir fuhren bis zu einer zusammengebrochenen Cenote und kehrten dann um, um mit der Strömung durch dunkle und helle Abschnitte bis fast zum Parkplatz zu fahren. Den schlechtesten Job hatte meines Erachtens der Junge, der im Dunkeln im Wasser stand, um einen mitten in der Strömung liegenden Felsen zu beleuchten. Sein Job war es, zu leuchten und "left side" zu rufen.

Stirnlampen können jetzt aus.
Im Hintergrund der Höhlenausgang

Das Ganze war schon ziemlich super. Danach sind wir auch noch zum Ziplinen gegangen. Tipp: Keinen Rock anziehen!  Habe den dann bis zur Hüfte hochgeschoben - hatte ja noch den Badeanzug drunter. (okay, ich erzähle heute Dinge, die niemand wissen wollte...) Auch Ziplinen ist prima, kommt aber nicht an das Höhlenkajakfahren heran.

Magnet: