26 August 2025

Abschied von Uist

Ein Regenbogen zum Abschied

Für unseren letzten Tag auf Uist (das ist die Sammelbezeichnung für die mit Dämmen verbundenen Inseln) haben wir uns die anderen sechs Skulpturen des Uist Sculpture Trail vorgenommen. Der Anfang war gestern mit der Hut of Shadows ja schon einmal vielversprechend. Wir begannen mit dem Listening Place, der sich noch ein paar Kilometer südlich unserer Unterkunft befand. Es war eine Sitzgruppe aus Treckersitzen, die auf gemauerten Pfählen montiert waren. Man sollte hier wohl den Geräuschen der Natur lauschen, denn wie die meisten anderen Skulpturen befindet sich diese am Ende einer langen Sackgasse am Meer.

Listening Place

Die anderen fünf Skulpturen, die wir aufsuchten, befinden sich auf North Uist. Die nächste hieß "Reflections" und war eine Art Bank, die eine Sitzfläche aus Mosaik-Kacheln hatte. Die einzelnen Kacheln hatten teilweise noch ein Relief z.B. eines Schafes auf der Oberfläche. Vor allem aber waren sie nass, wie Dörte beim Hinsetzen bemerkte.

Reflections

Bevor es zur nächsten Skulptur ging, habe ich meinen täglichen Geocache gesucht und gefunden. Dieser lag an einem interessanten Denkmal für eine Familie von Ärzten, die über drei Generationen und 68 Jahre als Hausärzte tätig waren. Am Anfang ging es zu den Hausbesuchen noch auf dem Pferderücken!

Denmal für die Arztfamilie MacLeod

Das nächste Kunstwerk hat den Namen "Sanctuary". Es soll einerseits den Flug der Schwäne und andererseits das Gerippe eines Boots darstellen. Für mich sah es aus wie ein Salamander, dem auf dem Rücken ein Geweih gewachsen ist …

Sanctuary

Wir waren jetzt ganz nahe an dem Hotel, bei dem wir gestern so gut gegessen hatten. Da konnte Dörte meinem Vorschlag nicht widerstehen, dass sie sich dort ausruhen könne, während ich eine kleine Wanderung machte. So kam ich auf meine täglichen Schritte und konnte noch den Ben Langass besteigen.

Auf dem Gipfel des Ben Langass

Die vierte Skulptur des Tages sollte eigentlich direkt an der Straße liegen. Das tat sie aber nicht, sondern sie lag etwa 600 Meter entfernt in einem Waldstück! Das Waldstück bekommt hier ein Ausrufungszeichen, weil es hier fast gar keine Bäume gibt. Hier aber steht ein richtiger Wald, möglicherweise das größte zusammenhängende Waldgebiet der äußeren Hebriden!

Unerwarteter Waldspaziergang

Die Skulptur stellte den Grizzly Herkules dar und sie gehörte ganz offensichtlich nicht zur Serie. Die Geschichte dahinter ist aber faszinierend: 1980 ist der zahme Grizzly bei Werbeaufnahmen ausgerissen und war für 24 Tage verschwunden. Das hat große Sorgen ausgelöst, sogar Experten aus dem Yellowstone Nationalpark wurden zu Rate gezogen, ob der Bär verwildere und gefährlich werden würde. Er hat aber niemandem Leid zugefügt und wurde durch sein Ausbüchsen berühmt. Später hat er sogar einmal im James-Band-Film Octopussy mitgespielt! Hier im Langass Woodland steht jetzt eine Statue von ihm und hier ist er auch begraben.

Herkules, der Bär

Die letzten beiden Skulpturen befinden sich in Laufentfernung vom Fährterminal. Zunächst einmal ist da die Mosaik-Makrele, die ungefähr 5 Meter lang ist. Dörte ist extra von der Aussichtsplattform heruntergeklettert, um sie auch von der Seeseite zu fotografieren.

Mosaic Mackerel

Hier passt der Titel "Mosaic Mackerel" zu 100%. Mir hat sie gut gefallen und von den Skulpturen gestern und heute ist sie wohl die schönste.

Ein wunderschönes Fischmaul, oder?

Nur wenige Meter weiter steht die letzte Skulptur für heute: "High Tide, Low Tide". Schon durch die Position an der Flutgrenze wird das Thema Ebbe und Flut aufgegriffen. Außen funkelt der Konus durch kleine Kristalle, die an Salz erinnern sollen. Ich bin einmal herumgegangen: Auf der Seeseite gibt es einen schmalen Blick ins Innere. Laut Beschreibung sollte da Salz drin sein, aber das konnte ich nicht erkennen. Ich sah nur die Verankerung des Kunstwerks.

High Tide, Low Tide

Es bleibt aber eine Frage offen: Wenn die Herkules-Statue nicht zum Uist Sculpture Trail gehört, dieser aber sieben Kunstwerke umfasst, was haben wir übersehen? Da die Galerie, die die Skulpturen in Auftrag gegeben hat, direkt bei der Mosaik-Makrele ihren Laden hat, haben wir gefragt. Reflexhaft bekamen wir den Handzettel überreicht, auf dem aber auch nur sechs Skulpturen aufgelistet waren. Wir konnten die Unstimmigkeit leider nicht klären, vor mir hatte wohl noch nie jemand gefragt …

Jetzt sind wir auf der Fähre nach Skye. Es war schön auf den äußeren Hebriden!

Anmerkungen von Dörte:

Heute mal zum Müll: Hier weht es ja ständig und auch ziemlich stark. Daher sind die Mülltonnen meist eingehaust. Wenn nicht, dann sind sie mit Seilen an irgendwelchen Pfählen festgebunden. Und auf dem Deckel liegt meist ein dicker Stein.

Übrigens: Was bedeutet es, wenn auf einem Foto ein Regenbogen zu sehen ist? Richtig, es muss auch Regen geben. Teilweise peitschte der so richtig von der Seite über die Straße. Keine Chance, mich zu einem längeren Spaziergang zu bewegen. 

Und was mir noch aufgefallen ist, sind die Windräder. Es gibt schon eine Menge davon, aber immer so kleine Dinger. Gefühlt reicht eines davon aus, um ein Gehöft zu versorgen. Warum hier keine großen Windparks entstehen, weiß ich nicht. Genug Wind ist jedenfalls da. 

Nachtrag:

Wer lange sucht, der findet es auch: Das fehlende Kunstwerk nennt sich "Stone Swim to Islands" und befindet sich auf dem Privatgelände der Schule in Balivanich.

Karte:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.