Heute galt unser Augenmerk vor allem der Insel North Uist. Die liegt schon deutlich nördlich von uns und man muss fast eine ganze Stunde mit dem Auto fahren, um sie zu erreichen. Zunächst haben wir einen Travelbug, den wir gestern aus dem Cache auf der Insel mitgenommen hatten, wieder in einem anderen Cache deponiert. Travelbugs sind kleine Gegenstände mit einer Nummer darauf, die von Cachern von Cache zu Cache transportiert werden. Das Ganze kann man dann im Internet verfolgen (natürlich nur, wenn alle Cacher das auch richtig eintragen ...). Dieser Travelbug wollte jedenfalls nach St. Kilda und das auch noch ohne zu fliegen. Das geht im September noch von der Insel Lewis und Harris aus, aber nicht von unserem nächsten Ziel, der Insel Skye.
Ehrlich gesagt: Ich hatte vor der Reise nicht gewusst, wo St. Kilda liegt. Da würde ich schon gerne nochmal hinkommen, aber nach unserer Buchungsorgie vor einer Woche fehlt uns dazu die Flexibilität. Naja, man kann nicht alles gleichzeitig haben und es wäre auch ganz schön teuer geworden (ein Tagesausflug kostet 280 Pfund pro Person).
Wenige Kilometer weiter kam dann das erste Nicht-Caching-Ziel: Barpa Langass, ein Steinhügel mit Grabkammer. Wir konnten es schon von weitem auf dem Hügel sehen. Leider droht die Kammer zusammenzufallen, weshalb es nicht erlaubt ist, in die Kammer hineinzukriechen.
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| Steinhügel mit gesperrtem Zugang |
Ganz in der Nähe gibt es auch einen Steinkreis, den ich bei der Vorbereitung des Tages doch glatt übersehen hatte. Vor Ort stellten wir dann fest, dass es eher eine Ellipse und die Steine nicht besonders groß waren. Die Bezeichnung Steinkreis passte aber irgendwie schon.
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| Steinkreis Pobull Fhinn |
Der Parkplatz für den Steinkreis lag bei einem etwas versteckt liegenden Hotel mit einem schönen Garten. Dort haben wir zu Mittag gegessen: Dörte eine Räucherfischplatte und ich Cullen Skink. Letzteres ist eine cremige Suppe mit geräuchertem Schellfisch, Kartoffeln und Zwiebeln. Beides war hervorragend.
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| Cullen Skink |
Das nächste Ziel hatte ich durch eine Google-Suche entdeckt: Hut of the Shadows. Es ist Teil eines Skulpturenpfades auf dieser Inselgruppe und ist nicht nur von außen hübsch anzusehen. Man kann in die Hütte hineingehen und drinnen sieht man die Wirkung einer Lochkamera: Das Panorama des Ausblickes wird spiegelverkehrt an die gegenüberliegende Wand geworfen.
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| Hut of the Shadows |
Der Weg zu dieser Hütte war lang, denn der normale Zugang über die Hängebrücke war gesperrt. Die Alternativroute ging über eine Straße mit fiesen Schlaglöchern, die Dörte mit Rücksicht auf unser kleines Auto nicht fahren wollte. Daher mussten wir etwa 4,5 Kilometer zu Fuß gehen.
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| Gesperrte Brücke |
Jetzt waren nur noch zwei archäologische Stätten zu besuchen, die die App von vorgestern mit Augmented Reality lebendig werden lassen sollte. Beide Stätten waren jeweils ein Broch, ein Turmbau von 10-15 Metern Durchmesser und ehemals 10-15 Metern Höhe. Wirklich zu sehen waren an beiden Stätten nur die Grundmauern, die sich auf einer Insel im See befanden.
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| Dùn Torcuill |
Natürlich musste ich den Marker suchen, mit dem man die Augmented Reality kalibrieren sollte. Beim ersten Broch kam ich mit dem Auto bis auf 95 Meter an die Koordinaten ran, aber bereits nach 10 weiteren Metern versank ich bis zum Knöchel im moorigen Untergrund. Sorgfältigere Schrittwahl brachte mich dann doch noch bis zum Marker, aber dort funktionierte die Kalibrierung nicht.
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| Marker gefunden, App funktioniert nicht |
Beim zweiten Broch, Dùn an Sticir, erging es mir ähnlich: Den ersten Graben konnte ich noch überspringen, aber als ich noch 75 Meter von den Koordinaten entfernt war, stand ich am Ufer des Sees. Den Marker sah ich auf der Insel und das machte sogar Sinn, denn es gab von der anderen Seite des Sees einen Damm zur Insel, der allerdings gerade dabei war, in der Flut unterzugehen.
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| Dùn an Sticir, der Marker steht auf der Insel |
Immerhin konnte ich der App noch ein Bild entlocken, wie so ein Broch einmal ausgesehen haben mag. Mit der Umgebung konnte ich das Bild allerdings nicht in Verbindung bringen.
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| So sieht ein Broch aus |
Danach haben wir uns spontan entschlossen noch Berneray, die nördlichste Insel dieser Gruppe verbundener Inseln, zu besuchen. Wir sind bis zum nördlichen Ende gefahren und haben dort den Sund von Harris und einen wunderbaren weißen Strand gesehen.
| Wohl der nördlichste Punkt unserer Reise |
Auf der Rückfahrt sind wir die Westküste von North Uist entlang gefahren. Das Wetter wurde langsam schlechter, denn zum Wind gesellte sich Regen dazu. Aus dem Auto haben wir noch schnell ein Foto von Scolpaig Tower machen können. Ein Turm aus dem 19. Jahrhundert, der auf den Resten eines Broch errichtet wurde.
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| Scolpaig Tower |
Morgen wechseln wir die Unterkunft, wir werden mit der Fähre nach Skye fahren.
Anmerkungen von Dörte:
Achtung, hier spricht der Gärtner: Das Gras wächst hier in dicken, festen, hohen Büscheln. Das sieht von Weitem ziemlich einheitlich aus, aber wenn man beim Gehen nicht genau diese Büschel trifft, dann hat man Pech gehabt und versinkt so 30 cm im Boden. Und der ist im günstigen Fall nass, ansonsten meist moorig. (Und ganz ungünstig kann man sich die Knöchel brechen!) Wahrscheinlich deswegen gibt es für das Mähen neben den Schafen noch andere Profis!
Es gibt hier übrigens eine Siedlung der Borg!
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| Sind wir nicht hin, um nicht assimiliert zu werden |
Und Caro Unbekannt verkauft hier selbstgebackene Kekse. Bezahlen kann man die hinterher online. Wenn’s klappt?!
Magneten:
Karte:














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