Kühe am Strand? So etwas hatten wir vorher noch nie gesehen. Aber auf der kleinen Insel Vatersay ist es ganz normal und geschieht im Rhythmus von Ebbe und Flut: Die Kühe fressen den frisch angespülten Seetang.
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| Kühe am Strand |
Seetang wird hier für alles mögliche verwendet, z. B. für die Verfeinerung von destilliertem Gin. Die Barra Distillery ist dafür bekannt. Dörte hat mal ein Stück Seetang probiert, war aber nicht so begeistert.
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| Schmeckt nicht so toll ... |
Aber beginnen wir doch zuerst mit gestern Abend: Dörte war so lieb und hat mich zu dem einzigen mit dem Auto erreichbaren traditionellem Geocache gefahren. Der lag genau am anderen Ende der Insel! So kam es dazu, dass wir noch vor dem Einchecken ins Hostel eine komplette Inselrundfahrt gemacht haben. Fast überall auf einer Single Track Road mit Passing Places, das macht Dörte inzwischen richtig Spaß. Die Landschaft hat uns super gefallen, vor allem das wunderbare Blau des Meeres.
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| Tolle Landschaft |
Wir sind in einem Hostel untergekommen, das bedeutet Gemeinschaftsbad. Aber auch Gemeinschaftskühlschrank, einen gemütlichen Aufenthatsraum und nette Gesellschaft. Sogar deutschsprachig: Zwei Radfahrerinnen aus Österreich und eine Reiseleiterin aus der Schweiz, die uns gleich mit Informationen über die Insel versorgte. Die Radfahrerinnen sind auf einer eigenen Variante des Hebridian Way unterwegs und haben ihre E-Bikes in Oban geliehen und dürfen sie in Stornoway wieder abgeben. Wir haben sie heute mehrfach unterwegs getroffen.
Unser Hauptziel war heute die Insel Vatersay. Wir haben bei der Planung der Reise einen Bericht über sie gelesen und wollten sie mit eigenen Augen sehen. Die Kühe am Strand waren dann unsere erste Überraschung. Die Insel ist die südlichste bewohnte Insel der äußeren Hebriden und man ist hier ganz nahe am westlichsten Punkt Schottlands. Bekannt ist die Insel aber vor allem durch die Geschichte der Vatersay Raiders, einer ungesetzlichen Landnahme hungernder Bauern im Jahre 1906. Die Bauern wurden später zu einer zweimonatigen Haftstraße verurteilt, aber dieses Verfahren sorgte für soviel Öffentlichkeit, dass der Staat die Insel kaufte und in Parzellen für die Bauern aufgeteilt hat.
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| Möglicherweise eines der Häuser der Vatersay Raiders |
Die Insel Vatersay ist durch eine Landbrücke in einen nördlichen und süblichen Teil aufgeteilt. Links und rechts von der Landbrücke gibt es herrliche weiße Sandstrände.
| Um beide Sandstrände zu zeigen, hätten wir den anderen Berg besteigen müssen |
Unsere gekauften Landkarten waren völlig nutzlos. Fußwege waren dort gar nicht eingezeichnet. Eine Infotafel vor Ort wies auf den Vatersay Trail hin, der 6 km lang sei und drei Stunden dauern sollte. Wir haben uns Wanderschuhe angezogen und auf den Weg gemacht. Mit den Wanderstöcken hat es übrigens nicht so gut geklappt, denn meine zusammenschiebbaren Stöcke ließen sich nicht mehr auseinanderziehen.
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| Hier war die Beschilderung noch gut |
Die Ausschilderung des Wanderweges war die ersten 3 bis 4 Kilometer ganz gut: Meistens konnte man einen Holzpfahl mit Wegmarkierung in Sichtweite entdecken und der Weg ließ sich im Gras leicht erkennen.
| Standing Stone mit Ausblick auf unbewohnte Inseln |
Dann aber gab es eine Weggabelung: Wir sind dem linken Pfad gefolgt, weil er versprach kürzer zu sein. Leider verlor er sich etwa einen Kilometer später im Nirgendwo und wir mussten uns unseren eigenen Weg suchen. Bei der Bodenbeschaffenheit (es war teilweise ziemlich moorig, manchmal auch felsig) war das ziemlich anstrengend. Wir haben jedenfalls mehr als drei Stunden gebraucht, bis wir wieder am Auto waren.
| Barra Airport |
Das nächste Ziel war Barra Airport. Es ist der einzige Flugplatz Europas, der als Start- und Landebahn einen Strand verwendet, der bei Flut unter Wasser liegt. Der Flugplan muss sich also nach den Gezeiten richten. Natürlich dürfen hier nur Kleinflugzeuge landen wie z. B. eine DHC6 Twinotter, wie wir sie ja schon aus der Karibik kennen.
Zum Abschluss dieses schönen Tages sind wir noch einmal eingekehrt. Dörte nahm eine gebackene Kartoffel mit Hühnchen und ich nahm Schellfisch mit Chips.
| Flugzeug am Strand kurz vor dem Start |
Auf dem Rückweg zum Hostel haben wir noch einen Stop eingelegt, damit ich den Strand auch einmal ausprobieren konnte. Der Strand war super, aber das Wasser doch ganz schön kalt!
| Brrrr! |
Zum Abschluss dieses schönen Tages sind wir noch einmal eingekehrt. Dörte nahm eine gebackene Kartoffel mit Hühnchen und ich nahm Schellfisch mit Chips.
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| Lecker und reichlich! |
Anmerkungen von Dörte:
Wir hätten heute den Sachverstand unserer Kinder, die einen Kaminofen haben, gebrauchen können. Zuammen mit einer Mitbebwohnerin probieren wir schon seit geraumer Zeit, den Ofen - bzw. das Holz - zum Brennen zu kriegen. Das Zeitungspapier brennt ja auch, aber das Übrige?? Und der Bildschirm des Laptops ist mit kleinen Ascheflöckchen übersät. Aber gefühlt ist es schon ein bisschen wärmer.
Die Bauern haben sich übrigens damals auf ein Gesetz berufen, nachdem ihnen das Land zusteht, falls sie es schaffen, innerhalb eines Tages ein Haus mit einem funktionierenden Herd zu bauen. Und das haben sie geschafft! Wahrscheinlich aber ohne Beachtung der deutschen Bauregeln!!
Apropos Bauregeln: In unserem Zimmer hier ist bei der Heizung ein Schild, dass der Heizkörper nicht durch Kleidung verdeckt werden soll. Passt irgendwie nicht zu der Tatsache, dass direkt darüber Haken angebracht sind......
Karte:






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