03 August 2025

Zweite Woche Go-Kongress und Rückreise

Die zweite Woche des Go-Kongresses war weniger besucht als die erste. Das liegt daran, dass der ganze Rummel um die Europameisterschaft dann schon vorbei ist. Der Nebeneffekt ist, dass weniger Spieler in der großen Halle sind und es einfach ruhiger ist. Und man bekommt auch das gute Gefühl, mal wieder an einem Brett mit einer zweistelligen Nummer in Hauptturnier eines Kongresses spielen zu dürfen. Mein Ergebnis der ersten Woche war 1:4, das konnte ich mit einem 3:2 in der zweiten Woche doch noch etwas aufbessern zu einem Gesamtergebnis von 4:6. Im EGF-Rating werde ich dadurch ganz schön absacken, vielleicht muss ich mich sogar herunterstufen. Dörte ist es in der zweiten Woche schlechter ergangen, sie kommt auf ein Gesamtergebnis von 3:7.

Am Dienstag Nachmittag wollte ich mit Bernd und Burkhard ins Kopernikus-Wissenschaftszentrum gehen, aber wir hatten vorher kein Zeitfenster gebucht. Da wir 2 Stunden hätten warten müssen, haben wir stattdessen einen Wherigo-Cache über Warschauer Legenden gemacht. Dieser Wherigo war von der Idee her sehr schön, aber leider gab es - wie bei Wherigo-Caches nicht ungewöhnlich - technische Probleme. Wir verließen uns auf die angeblich automatisch stattfindende Sicherung, aber trotzdem hätte das Wiederaufsetzen nach einem Absturz einen Umweg von 3,5 km bedeutet. Das war uns zuviel und wir brachen diesen Cache ab. 

Am nächsten Tag verlor ich auf ärgerlichste Weise meine zweite Partie der Woche. Man könnte dazu wirklich sagen: Glückwusch Jan, Du hast eine unverlierbare Partie doch noch verloren! Ich habe mich so über meine Fehler geärgert, dass ich mich zur Ablenkung noch einmal allein auf den Weg gemacht habe, diesen Wherigo zu finden. Drei Stunden und fünf Abstürze später hatte ich dann die finale Dose in der Hand. 

Wherigo gefunden!

Auf dem Rückweg bin ich noch am Willy-Brandt-Denkmal vorbeigegangen. Schön, dass man für diese damals historische Geste hier einen Gedenkpark eingerichtet hat.

Kniefall am Ehrenmal für die Helden des Warschauer Ghettos

Am Donnerstag habe ich mit Burkhard den Besuch beim Kopernikus-Wissenschaftszentrum nachgeholt, diesmal mit vorgebuchtem Zeitfenster. Es handelt sich um eine Ausstellung mit vielen Exponaten, mit denen man physikalische Experimente durchführen kann. Es richtet sich hauptsächlich an Kinder, aber wir hatten auch unseren Spaß. Am Eingang gab es ein Foucaultsches Pendel, bei dem man den stetigen Richtungswechsel anhand umgeworfener Kegel nachvollziehen konnte.

Neben den Experimenten gab es noch ein paar Terrarien mit Schlangen, Reptilien und Insekten sowie Informationstafeln und Exponate zu den Themen "Künstliche Intelligenz" und "Was bringt die Zukunft?"

Burkhard und ich, von der künstlichen
Intelligenz kubistisch gezeichnet

Am Freitag gab es die traditionelle Songnight. Seit vielen Jahren findet sie am letzten Freitag des Kongresses statt und es gab wieder ein paar neu getextete Lieder. Es sind meist Texte zu Go-Themen, die zu bekannten Liedern gesungen werden. Viele dieser Songs findet man auf der Webseite von Francis Roads

Francis Roads bei der Songnight

Leider waren wir nicht viele Sänger, die Tradition droht langsam auszusterben. Ich habe meinen Kongresssong, der inzwischen fast 50 Strophen umfasst, um eine Strophe für diesen Kongress in Warschau erweitert:

In Warschau zog der Luxus ein
auf dem Go-Kongress 
Es durfte gleich ein Hilton sein
für den Go-Kongress
Der Ruhetag sehr blöde lag -
kein Ausflug, Regen, Ruhetag!
Go-spiel'n, ja Go-spiel'n
das ist unsere Leidenschaft
Go-spiel'n, ja Go-spiel;n
auf dem Go-Kongress!

Am Samstag gab es dann die letzte Runde und die Siegerehrung. Es war ein schöner Kongress und alle waren traurig, dass er jetzt vorbei ist. Im nächsten Jahr ist der Kongress in Ankara geplant, da wird es viel zu heiß sein. Die Unterkunft am Turnierort ist nicht klimatisiert - das klingt nicht gut. Diese Woche waren es dort 39 Grad Celsius! Ich hoffe noch, dass der Turnierort verlegt wird, und halte mich mit der Buchung für das nächste Jahr zurück.

Siegerehrung für die offene Europameisterschaft

Jetzt sitze ich mit Dörte, Elke und Björn zusammen mit knapp 10 anderen Go-Spielern im Zug zurück nach Berlin. Der Zug hält immer wieder an und es kommt jemand, der die Bremse an unserem Wagen kontrolliert. Die läuft wohl heiß, jedenfalls roch es so in unserem Abteil. Jetzt scheint es aber besser zu sein, wir werden also wohl nur etwas Verspätung haben.

Inspektion der Bremsen, direkt vor unserem Fenster

Anmerkungen von Dörte:

Nö. Nix anzumerken. Ich lese lieber Perry Rhodan.

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