23 August 2025

South Uist

Heute haben wir South Uist erkundet. Das ist die Insel, auf der unsere Unterkunft auch für die nächsten Tage liegt. Mit Fahrdämmen sind 4 weitere Inseln (Benbecula, Grimsay, North Uist und Berneray) in diesem Inselkomplex angebunden, so dass uns die Ziele für die folgenden Tage noch nicht ausgehen. Zuerst ging es heute zum kleinen Hafen von Lochboisdale, weil dort ein Geocache lag. Von dort fahren die Fährschiffe nach Mallaig auf der britischen Hauptinsel ab.

Hafen von Lochboisdale

Dieser Besuch war ein voller Erfolg, den Cache haben wir schnell gefunden. Das kann man von den weiteren Zielen nicht immer behaupten, ich habe sie einer kleinen Broschüre über South Uist und Benbecula entnommen. Etwa 20 interessante Punkte sind dort beschrieben, der erste war Cladh Hallan. Dort gab es die Fundamente von drei bronzezeitlichen Rundhäusern zu sehen. 

Bronzezeitliche Rundhäuser

Etwas mysteriös ist es, dass man dort Moorleichen gefunden hat, die erst hunderte Jahre nach ihrer Konservierung begraben wurden. Die gefundenen Skelette waren teilweise aus den Knochen unterschiedlicher Personen anatomisch korrekt zusammengesetzt. Sehr merkwürdig! Paul, ein weiterer Besucher, hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass es eine App mit Erklärungen gibt, die mit Augmented Reality arbeitet. Dazu scannt man einen Marker an einem Pfosten und dann zeigt die App durch Überblendung des Fotos, wie es früher einmal ausgesehen haben könnte.

So könnte es früher ausgesehen haben

Das nächste Ziel war weniger erfolgreich: Wir suchten einen großen Felsen, der während der Unterdrückung des Katholizismus in Schottland als Altar für heimliche Messen gedient haben soll. Da sollte ein einfaches Kreuz an der Seite eingeritzt sein. Vermutlich hat man das Kreuz damals so klein und versteckt eingeritzt, dass wir es nicht gefunden haben.

Dies waren wohl nicht die Altarsteine

Die nächsten beiden Ziele waren wieder Punkte aus der App mit Augmented Reality. Das erste war ein eisenzeitliches Radhaus in Kildonan, das ist eine Bauform, die es wohl nur hier auf den äußeren Hebriden gegeben hat. Zu sehen gab es eigentlich nichts bis auf den Wallring, der um den Platz existierte. Gut, dass es die App gab ...

Eisenzeitliches Radhaus

Der zweite Punkt war ein Langhaus aus der Wikingerzeit. Außer einem leichten Hügel und dem Holzpfahl zum Positionieren für die Augmented Reality war auch hier nichts zu sehen. Und wenn man denkt, es hätte Wegweiser oder vernünftige Pfade dahin gegeben: Pustekuchen! In der Broschüre waren Koordinaten im Format des britischen Gitters angegeben, in der App konnte man What3Words-Koordinaten bekommen. Beides muss man erst konvertieren, bis man es in Google Maps eingeben kann!  

Langhaus aus der Wikingerzeit

Dörte hat die 4,5 km-Wanderung zu diesen beiden Punkten nicht mitgemacht und stattdessen im Auto auf mich gewartet. Auf der Rückfahrt zur Unterkunft konnten wir dann noch ein verfallenes Castle fotografieren: Ormacleit Castle ist 1701 bis 1708 erbaut worden, aber bereits im Jahre 1715 durch Brand zerstört worden.

Ormacleit Castle

Einen zweiten Geocache haben wir auch noch gefunden. Er wies auf ein Warnschild "Storm Debris" an der Straße hin. Offensichtlich gibt es Tage, an denen der Sturm so stark ist, dass trotz einer massiven Schutzmauer Strandgut auf der Straße landen kann.

Massive Schutzmauer

Die letzte "Sehenswürdigkeit" befasste sich mit Niall MacEachainn, einem Begleiter von Bonnie Prince Charlie. Er ist mit Prince Charlie nach Frankreich geflohen und bekam dort einen Sohn, der Karriere in Napoleons Armee machte und Herzog von Tarent (Italien) wurde. Dieser Sohn ist hier als "French MacDonald" bekannt und hat später Uist noch einmal besucht. In der Broschüre war eine hübsche Bastion abgebildet, da wollten wir noch hin. Naja, die Koordinaten führten uns zur Kirche des Heimatdorfes seines Vaters und das Bild in der Broschüre zeigte eine Bastion in Tarent ...

The French MacDonald

Auch wenn heute nicht alles optimal lief, so war es doch ein schöner Tag. Manche Dinge muss man halt mit Humor nehmen ...

Anmerkungen von Dörte:

Habe mir die Wanderung bei starkem Wind und Nieselregen tatsächlich geschenkt. Ein offenes Fenster im Auto reichte mir als Kontakt mit der Natur. 

Technische Anmerkungen:

Wir haben gestern tatsächlich Whisky Galore von 1949 angesehen und uns über die Bilder von Barra gefreut. Mit dem Streaming war es aber schwierig: Prime Video ging nur mit britischem Konto und dafür braucht man eine britische Zahlungsmethode, BBC wollte eine Jahreslizenz verkaufen und andere Anbieter waren auch schwierig. Am Ende hat die Google-Suche geholfen und es war kostenlos: Link

Karte:

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