Heute ging es für mich um den Hauptzweck der Reise: Mindestens einen Cache in Belize finden. Deshalb sind Jana und ich nicht mit auf den Ausflug gegangen, damit das Cachen auch sicher klappt. Natürlich klappte es nicht ohne Haken und Ösen: Ich habe mal wieder bei der Vorbereitung gepatzt. Landkarten und Caches von Belize hatte ich vorab auf GPS-Gerät und Smartphone für den Offline-Gebrauch geladen, wie sich das gehört, wenn man keinen Internetzugang hat. Erst im Tenderboot habe ich festgestellt, dass von den drei zu Fuß erreichbaren Caches nur einer tatsächlich auf GPS und Smartphone vorhanden war. In aller Eile konnte ich mittels des Schiffs-Internets noch für einen zweiten Cache Screenshots machen, aber beim dritten Cache war das Tenderboot schon zu weit weg. Mist, ich hatte mir nur noch merken können, dass dieser Cache bei der anglikanischen Kathedrale war.
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| Willkommen in Belize |
Die Überfahrt dauerte etwa 20 Minuten, bis wir im Hafen von Belize City ankamen. Dort gaben wir Dörte, Beke und Stefan beim Ausflugsunternehmen ab und wünschten ihnen viel Spaß. Der erste Cache war etwa 100 Meter vom Hafenausgang entfernt und wir wehrten erst einmal alle Anbieter von Touren ab. Einer davon aber entpuppte sich als Wärter dieses Caches und führte uns direkt dorthin. Bingo, mein 119. Länderpunkt beim Geocaching!
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| Auf einer Drehbrücke ging es über den Haulover Creek |
Wir gingen dann weiter zum nächsten Cache, einem Earthcache. Durch die Screenshots hatten wir die Koordinaten, die uns zu einem kleinen Park mit einem Denkmal für George Cadle Price führten. Er ist der "Vater der Nation", führte die Verhandlungen, die zur Unabhängigkeit führten, und war der erste Premierminister nach der Unabhängigkeit 1981. Wir aber kümmerten uns nicht um die Politik, sondern mussten die Marmorart bestimmen, die beim Sockel seines Monumentes verwendet wurde.
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| George Cadle Price |
Der Park wird wohl so etwas wie ein kleiner karibischer Weihnachtsmarkt werden, offensichtlich begann man schon mit dem Schmücken. Direkt gegenüber des Parks sahen wir den Supreme Court Clock Tower, ein weiteres nettes Fotomotiv. Der Turm wurde zu Ehren von William Hart-Bennett errichtet, der 1918 Gouverneur von Britisch Honduras war. Der Legende nach soll er an Verletzungen gestorben sein, nachdem ihm beim Brand des Supreme Courts ein umfallender Flaggenmast getroffen hat.
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| Supreme Court Clock Tower |
Die Straßen waren heute leer, denn es war ein offizieller Feiertag. Jedes Jahr am 19. November wird die Ankunft der Garifuna in Belize gefeiert. Von den Feierlichkeiten haben wir allerdings nichts mitbekommen. Immerhin gab es einen offenen Lebensmittelladen an der Hauptstraße, in dem ich meine Cola-Zero-Vorräte aufstocken konnte. Am Ende der Hauptstraße kamen wir dann zu unserer Kathedrale für den zweiten Earthcache. Da wir unterwegs keine freien WLANs gefunden hatten (außer solchen zur Steuerung von HP-Druckern und Klima-Anlagen), kannten wir weder Koordinaten noch Aufgabenstellung. Also haben wir erst einmal die Kirche besichtigt. Eine freundliche Dame hat uns die Besonderheiten der Kirche erklärt (1812 bis 1820 gebaut mit Ziegeln aus London, die als Ballast mitgenommen wurden, wo Queen Elisabeth bei der Unabhängigkeitszeremonie gesessen hat, den Stuhl für den Bischof mit einem roten Bezug an der Lehne usw.) Das war interessant, aber das wichtigste für uns war das Passwort für das WLAN der Kathedrale …
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| In der anglikanischen Kathedrale |
Wir sollten etwas über den Sandstein herausfinden, aus dem das Heilige Kreuz besteht. Nun ja, es besteht nicht mehr richtig, denn es ist umgefallen und zerbrochen. Die nötigen Antworten konnten wir natürlich trotzdem finden.
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| Das zerbrochene Kreuz |
Gegenüber befand sich das Museum of Belizian Art (MOBA) und das haben wir dann auch noch besucht. Am bemerkenswertesten fanden wir ein Bild vom letzten Abendmahl mit einer karibisch-afrikanischen multireligiösen Interpretation.
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| Das letzte Abendmahl von Isiah Nicholas |
Anschließend kehrten wir zum Hafen zurück und erledigten noch etwas Shopping. Dörte, Beke und Stefan sind inzwischen auch von ihrem Ausflug zurück und berichten begeistert von Höhlenkajaktour und Zip-Lining. Morgen geht es zurück nach Mexiko zur Insel Cozumel.
Anmerkungen von Dörte:
Wir sind in ein Naturreservat gefahren mit mehreren Höhlen, durch die ein Fluss führt. Beke und Stefan hatten ein eigenes Kajak, ich konnte mir (glücklicherweise) eines mit dem Guide teilen. Von der Einsetzstelle ging es gleich zunächst gegen die Strömung rein in den Berg. Auf den Helmen waren Stirnlampen montiert, sodaß wir gefühlt Hunderte Fledermäuse aufgescheucht haben, die dann um uns herumschwirrten.
| Die Fledermäuse sind nicht so schlimm wie die Tarantel, die wir im Wald gesehen haben. |
Wir fuhren bis zu einer zusammengebrochenen Cenote und kehrten dann um, um mit der Strömung durch dunkle und helle Abschnitte bis fast zum Parkplatz zu fahren. Den schlechtesten Job hatte meines Erachtens der Junge, der im Dunkeln im Wasser stand, um einen mitten in der Strömung liegenden Felsen zu beleuchten. Sein Job war es, zu leuchten und "left side" zu rufen.
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| Stirnlampen können jetzt aus. Im Hintergrund der Höhlenausgang |
Das Ganze war schon ziemlich super. Danach sind wir auch noch zum Ziplinen gegangen. Tipp: Keinen Rock anziehen! Habe den dann bis zur Hüfte hochgeschoben - hatte ja noch den Badeanzug drunter. (okay, ich erzähle heute Dinge, die niemand wissen wollte...) Auch Ziplinen ist prima, kommt aber nicht an das Höhlenkajakfahren heran.
Magnet:










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