10 September 2025

Llangollen Canal

Heute haben wir uns sehr gründlich einen der bemerkenswertesten Kanäle in England und Wales angesehen: Der Llangollen-Kanal überwindet innerhalb eines Abschnittes von etwa 5 Kilometern die walisische Landschaft mittels zweier Aquaedukte und zweier Tunnel. 

Auf dem Pontcysyllte-Aquaedukt

Das Pontcisyllte-Aquaedukt ist mehr als 38 Meter über dem Talboden, da weht es ganz schön. Der Treidelpfad ist gerade breit genug, dass zwei Personen aneinander vorbeikommen. Zur Sicherung gibt es ein Geländer, aber das fehlt auf der anderen Seite des Kanals. Da kann man schnell abstürzen, deshalb ist Stand Up Paddling auf der Brücke auch verboten. Kanufahren ist dagegen erlaubt.

Kanufahrer auf der Brücke

Dörte hat mich den Treidelpfad weiterlaufen lassen und wollte mir von der anderen Seite dann entgegen kommen. Es war ziemlich viel Betrieb auf der Brücke, aber das wurde auf den folgenden Kilometern schnell weniger. Die Kanufahrer sind an der nächsten Brücke abgeholt worden.

Die Klappbrücke wurde mit der Hand hochgekurbelt

Nach etwa 3 Kilometern kam der erste Tunnel mit einer Länge von 175 Metern. Da kann man am Ende noch das Licht sehen, aber es ist schon ganz schön dunkel in der Mitte. Zum Glück gibt es ein Geländer zum Wasser hin - daran habe ich mich fast immer festgehalten. Man muss nämlich nahe am Wasser gehen, sonst stößt man sich den Kopf!

Eingang des Whitehouse Tunnels

Die Boote fahren im Kanal mit ihrem Dieselmotor, das riecht man natürlich ein wenig. Vorne haben sie einen Scheinwerfer, das reicht anscheinend zum Navigieren.

Tunnelausfahrt eines Schiffes

Der zweite Tunnel war der Chirk Tunnel, der mit 420 Metern deutlich länger ist. Hier habe ich mir vorher meine Stirnlampe aufgesetzt und trotzdem habe ich die mir entgegenkommende Dame erst im letzten Moment gesehen. Ich wollte Platz machen, aber sie wollte gar nicht an mir vorbei, sondern lieber mit mir zurückgehen. Es war Dörte!

Auf dem Chirk-Aquaedukt

Gemeinsam sind wir dann über das Chirk-Aquaedukt gegegangen. Nicht so hoch, nicht so lang, aber dafür ist hier ein Viadukt für die Eisenbahn gleich nebenan. Das wurde übrigens erst deutlich später gebaut, denn dieser gesamte Kanalabschnitt war bereits 1805 fertiggestellt. Außerdem hat das Aquaedukt noch eine Besonderheit: Es beginnt in Wales und endet in England!

Willkommen in England!

Leider hat es ziemlich geregnet und es hat mit dem Cachen auch nicht so hundertprozentig geklappt: Zwar konnte ich einen Adverturelabcache zum Start machen und am Kanal noch einen weiteren Cache in Wales finden, aber der Cache in England wollte sich einfach nicht finden lassen. Da mir diese englische Region (West Midlands) aber noch fehlte, musste ich weitere zwei Kilometer laufen, um einen anderen West-Midlands-Cache zu finden. Tragisch daran war vor allem, dass mein Smartphone offensichtlich keinen Regen verträgt, es fängt dann an wilde Aktionen zu machen oder bestimmte Buchstaben auf der Tastatur nicht mehr zu akzeptieren. Da hilft nur trocknen lassen - inzwischen hat es sich erholt.

Wir sind nach einem kurzen Mittagessen in einem Rutsch durchgefahren bis zu einem Ferienhaus in den Außenbezirken von Cardiff. Hier bleiben wir ein paar Tage.

Anmerkungen von Dörte:

Wir sind während der Fahrt unserem neuen Hobby nachgegangen, braune Schilder zu lesen. Nett fand ich heute: „Bearded Men Adventures“, „Local Flowers“ und „Secret Hills Discovery Center“. So schwer sind Hügel doch nicht zu finden…

Ein Engländer meinte heute, an einem regnerischen Morgen, in einem kurzen Gespräch: „Lovely morning, back to normal.“

Und das Hotel am Kanal hatte ein Schild am Eingang zum Restaurant: 

Karte:

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