20 Mai 2025

Caching in Boston, Rückreise

Heute früh ging ich kurz nach sechs Uhr wieder auf Cache-Tour, allerdings nicht so erfolgreich wie gestern: Beide angesteuerten Caches konnte ich nicht finden. Immerhin hat es mit der Anzahl der Schritte und dem Kaffee für Dörte geklappt. 

Morgenspaziergang entlang einer stillgelegten Bahnstrecke

Als Cache des Tages habe ich den 25-Jahre-Geocaching-Cache geloggt. Dieser Cache ist locationless, d. h. man muss keine Dose finden, sondern nur eine Aufgabe erfüllen. Wo man die Aufgabe erfüllt, ist dabei egal. In diesem Fall musste man nur ein Foto von sich mit einer schon bestehenden Nummer 25 machen und dem Log beifügen.

So einfach kann Cachen sein!

Als Aktivität für den Vormittag haben wir uns kurzfristig für "America's Stonehenge" entschieden. Dies sei angeblich die größte Attraktion von Salem, NH, dem Ort unseres Motels. Da muss man natürlich hin!

Eingang zum Visitor Centre

Es begann schon mal ganz gut: Wir beobachteten viele Streifenhörnchen, die blitzschnell hin- und herflitzten. Niedlich!

Streifenhörnchen

Im Vistor Centre bekamen wir einen etwa 10-minütigen Film zu sehen, in dem die Stätte erläutert wird. Es klingt alles ganz logisch, dabei ist es das doch gar nicht: Wieso sollte es hier megalithische Strukturen wie in Europa geben, die aus der Zeit von vor Kolumbus stammten? Den ganzen Film hielten wir für pseudoarchäologisch und machten das unter anderem an der mit Google Earth verlängerten Sichtachse fest, die angeblich direkt über den Atlantik bis nach Stonehenge und dort durch den Haupttorbogen führt.

Mich erinnert das an Erzählungen von Dörte: Sie lügt ja nie, aber wenn jemand ihre Erzählung anders interpretiert, dann ist ihr das durchaus recht. Und wenn man darauf achtet, strotzt die Beschreibung der einzelnen Stationen von America's Stonehenge vor Begriffen wie "wurde restauriert" (= so aufgebaut, wie man es sich vorgestellt hat) oder "hält man für" (= könnte auch was anderes gewesen sein). Ein prominentes Beispiel ist der Opferstein mit seinen Abflussrinnen für das Blut. Wikipedia hält das eher für den Grundstein einer Ciderpresse ...

Opferstein mit Rinnen für Blut???

Wir haben es lustig genommen: Es war ein schöner Spaziergang mit der Besichtigung von Pseudo-Hünengräbern. Und am Ende gab es einen Gift Shop mit einem Magneten für New Hampshire!

In der Orakel-Kammer

Magnet für New Hampshire

Die Rückfahrt zum Flughafen und die Abgabe des Mietwagens waren problemlos und wir waren 2,5 Stunden vor der Boarding Time am Terminal. Dort stellten wir dann fest, dass unser Flug fast 2 Stunden Verspätung hat. Den Anschluss in Frankfurt werden wir wohl nicht bekommen, hoffentlich bucht Condor uns automatisch um. Wir konnten noch nicht gleich durch die Sicherheitskontrolle, denn ich musste erst noch zwei Liter Cola Zero austrinken. Aber jetzt sitzen wir in Boston am Gate und warten darauf, dass das Boarding beginnt.

Wir sind zwar noch nicht ganz zuhause, aber man kann jetzt wohl schon sagen, dass es ein toller Kurzurlaub war!

Anmerkungen von Dörte:

Besonders nett war der Stein, hinter dem man angabegemäß am 1. November die Sonne aufgehen sehen kann. Hmm, was ist an den anderen Tagen??? Dunkel??? Oder wird die Sonne an das hohe Firmament gebeamt???

Sonnenaufgangsstein für den 1. November

Und es gab eine Sonnenuhr mit einem daneben stehenden herausziehbaren Stock. So kann man natürlich jede Zeitzone abdecken 

Dörte mit dem Sonnenuhrstock

Und noch nachgeliefert ein Foto des Restaurants in Salem. Überall offene Feuer - kannn ich mir in Deutschland ohne meterhohe Glaswände kaum vorstellen. Ist aber schön (und warm).

Offenes Feuer!
Nachtrag:

Man soll den Tag doch nicht vor dem Abend loben! Die Rückreise war - freundlich ausgedrückt - anstrengend. Das lag an einem um fast 4 Stunden verspäteten Start, weil die Maschine auf dem Hinflug einen ungeplanten Stopp in Dublin wegen eines medizinischen Notfalls einlegen musste. Dass zu diesen zwei Stunden Verspätung noch fast zwei weitere Stunden dazu kamen, dafür wurde kein Grund angegeben. Wahrscheinlich lag es an dem dichten Flugverkehr, wo sich eine verspätete Maschione dann jeweils hinten anstellen muss (beim Auftanken, bei der Flugzeugreinigung, bei der Startreihenfolge usw.). Uns wurde gesagt, dass unser Anschlussflug erst umgebucht würde, wenn wir in der Luft seien und man die erwartete Ankunftszeit wisse. Diese wurde dann im Flugzeug mit 8:36 Uhr deutscher Zeit angegeben (anstelle der geplanten Ankunftszeit von 5:15 Uhr). Kurz vor der Landung erfuhren wir dann, dass wir umgebucht wurden auf einen Lufthansa-Flug um 10 Uhr nach Hamburg. Die Bordkarten würden wir am Gate erhalten.

Soweit so gut, trotzdem waren wir ziemlich fertig. Ein Nachtflug ist deutlich anstrengender als ein Tagflug, wie wir ihn drei Tage vorher hatten. Ich habe mir nur einen Film ganz angesehen (100 Dinge), danach habe ich in die Filme nur noch "hineingezappt". Richtig schlafen konnte ich aber auch nicht.

In Frankfurt gab es dann für uns, die wir beide unausgeschlafen waren, das Drama: Aus der Ankunftszeit von 8:36 Uhr wurde schließlich 9:12 Uhr, weil die Maschine auf dem Vorfeld parkte und wir mit dem Bus zum Terminal fuhren. Dort gab es eine lange Schlange bei der Einreisekontrolle und danach sind wir angeblich falsch abgebogen. Wir folgten den Schildern für die Flugsteige mit A und plötzlich standen wir vor der Sicherheitskontrolle. Da kamen wir ohne Bordkarte nicht rein! Teuflisch: Ohne Bordkarte kein Weg zum Gate und ohne Gate keine Bordkarte! 

Jetzt weiß ich, dass ich gleich hätte versuchen sollen, die Bordkarten in der Abflughalle an einem Checkin-Automaten zu bekommen. Stattdessen gingen wir zu einem Lufthansa-Schalter, aber die Mitarbeiterin dort durfte uns nach Rücksprache mit ihren Kollegen am Gate nicht mehr einchecken - wir waren zu spät!

Jetzt ging es erst richtig los: Lufthansa-Service-Schalter (nicht zuständig, da Condor-Ticket), Condor-Schalter (nicht zuständig, da nur Gepäckabgabe möglich), Condor-Service-Station (da konnten wir auf einen anderen Flug umgebucht werden - aber Bordkarten gibt's nur bei Lufthansa), erster Check-In-Automat (wollte uns die Bordkarten für den bereits abgeflogenen 10-Uhr-Flug drucken), zweiter Checkin-Automat (diesmal von der Lufthansa, hier bekamen wir die richtigen Bordkarten). Wir waren nicht die einzigen, die diese Probleme hatten, deshalb waren die Wartezeiten teilweise sehr lang!

Der Flug nach Hamburg hatte dann nochmal ein paar Minuten zusätzliche Verspätung und auch diese Maschine parkte überraschend auf dem Vorfeld. Als dann in der S-Bahn die Ansage kam, dass wir wegen eines Polizei-Einsatzes warten müssten, ist Dörte fast verzweifelt. Zum Glück waren das nur wenige Minuten. Insgesamt kamen wir mit etwa 7 Stunden Verspätung zuhause an.

Karte:

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